Wernigerode. "Es gibt nur gute Nachrichten", versprach gestern Steffen Meinecke. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Wernigerode GmbH nannte als erste die Netzübernahme in Benzingerode, Silstedt, Reddeber, Minsleben und Darlingerode vom Eon-Konzern.

Nach "langwierigen, komplizierten, aber immer fairen Verhandlungen" können somit zum 1. Januar 2012 etwa 9000 weitere Stromkunden von den Stadtwerken versorgt werden. Das Elektronetz wird durch eine Ringleitung erweitert. Dazu lässt das Unternehmen ungefähr zehn Kilometer Mittelspannungskabel verlegen. Außerdem müssen 20 der knapp 40 Trafos umgerüstet werden. Mit Inbetriebnahme der Anlage profitieren die neuen Nutzer auch vom günstigeren Tarif.

Zum Kaufpreis ist laut Meinecke Stillschweigen vereinbart worden. Das Geld fließt erst zum Ende dieses Jahres. Dadurch bleibe genügend Zeit, um alle technischen Fragen klären zu können. Was im Übrigen die im Dezember 2010 vom Stadtrat beschlossene Übernahme Schierkes anbelangt, so "treten wir jetzt in die Verhandlungen ein". Meinecke: "Wir werden dafür Zeit brauchen."

Mit Finanzen hat auch die zweite frohe Botschaft vom Kupferhammer zu tun. Der Geschäftsführer bekräftigte, dass die Preise für Strom, Gas, Fernwärme und Trinkwasser bis zum 31. März unverändert bleiben (wir berichteten). Bei letzterem sogar "definitiv" ganzjährig. Trotz gestiegener Bezugskosten gilt in allen Sparten das Ziel, die Tarife langfristig stabil zu halten und Schwankungen nach Möglichkeit intern abzufangen.

Wie bereits in den zurückliegenden zwölf Monaten wollen die Stadtwerke erneut rund vier Millionen Euro investieren. Damit soll unter anderem im Frühjahr die Fernwärmetrasse zum Harz-Klinikum an der Ilsenburger Straße fertiggestellt werden. Ein zweites großes Vorhaben ist die Erschließung des Gewerbe- und Industriegebietes "Schmatzfelder Chaussee". Nicht minder bedeutsam sind die weitere Sanierung der Friedrichstraße und die Errichtung des sogenannten "Turbokreisels" an der Stadtecke.

Das Betriebsergebnis 2010 wird nach Angaben von Meinecke erneut bei über fünf Millionen Euro liegen. Dies dürfte auch all jene freuen, bei denen sich die Stadtwerke als Geldgeber engagieren. Der Geschäftsführer: "Wir wollen das Sponsoring im gewohnten Umfang fortführen." Angesichts des erweiterten Einzugsgebietes gibt es aber Bestrebungen, "das etwas großflächiger zu verteilen". Welche Zahl sich dazu hinter dem Begriff "gleiches Budget" verbirgt, mochte der Stadtwerkechef zwar nicht verraten. Steffen Meinecke betonte aber: "Johannes-Brahms-Chorfestival und Schlossfestspiele - das sind gesetzte Sachen."