Zahlreiche Gratulanten haben am Mittwoch für Betriebsamkeit in fast ganz Hasselfelde gesorgt. Anneliese Bunke, ein Urgestein im Ort, wurde 100 Jahre alt. Die Seniorin ist rüstig und rückt nun in den Dreierklub der ältesten Oberharzerinnen auf.

Hasselfelde l Anneliese Bunkes Nachbarn, Freunde und Familienangehörige aus der Schweiz und aus Deutschland sind die ersten, die am Mittwochvormittag zum Geburtstagfeiern im Hotel "Zur Krone" eintreffen. Es folgen Ortsbürgermeister Heiko Kaschel (parteilos) für die Stadt Oberharz, der Posaunenchor, Pfarrerin Antje Labahn und weitere Freunde. Die Tafel für die Gäste muss immer wieder verlängert werden.

Dann stellt sich ein Chor um Sabine Heydecke, Gerhard Rinklebe und Gudrun Hemmerling auf. Zur Gitarre wird das Köhlerliesel-Lied gesungen, in voller Länge. Die Gäste schunkeln, der Gabentisch wird voller. Schon auf der Straße grüßen sich kommende und gehende Gratulanten.

Grund für diese fast im ganzen Ort spürbare fröhliche Betriebsamkeit ist ein besonderer Geburtstag. Anneliese Bunke wird 100 Jahre. Munter begrüßt die waschechte Hasselfelderin, wie betont wird, ihre wachsende Zahl an Gästen. "Schön, dich wiederzusehen", sagen die meisten, und: "Hast dich gut gehalten".

Geboren wurde Anneliese Bunke in dem Haus am Hasselfelder Markt, in dem sie heute noch wohnt und in dem ihre Eltern einst ein Andenkengeschäft hatten. So lernte die Tochter Verkäuferin - und blieb es bis zur Rente. Aber auch Sport und Bewegung, so verrät die Jubilarin, sei lange Zeit ein Teil ihres Alltags gewesen. "Bis 90 bin ich regelmäßig zur Gymnastik gegangen, bis 95 ging ich schwimmen - nun aber nicht mehr", sagt Anneliese Bunke.

Untätig ist die Seniorin deshalb keineswegs. Der eigene Haushalt, die Verwaltung ihres Hauses, das will erledigt sein. Aus der Nachbarschaft hilft ihr Martina Fessel. Und dann sind da noch die Verwandten. Sohn Jörg, vier Enkel und fünf Urenkel gehören mittlerweile mit zur groß gewordenen Familie. Etliche feiern im Hotel "Zur Krone" den nicht alltäglichen Geburtstag ihrer Mutter, Groß- und Urgroßmutter mit. So gehört Anneliese Bunke zu den derzeit drei 100 oder über 100 Jahre alten Seniorinnen in der Stadt Oberharz. Neben ihr gehört Anna Hoffmann im Mutterhaus in Elbingerode dazu, die letztes Jahr schon 100 wurde. Älteste Oberharzstädterin ist Elisabeth Arlt, 106, im Seniorenheim am Bleichenkopf in Elbingerode. Angst vorm weiteren Älterwerden hat Anneliese Bunke nicht. "Ein Pflegefall will ich nicht werden", sagt sie in der Geburtstagsrunde, und: "Ich habe gerade die Maler bestellt."