"Fast keine Plakate an den Straßen - wen sollen wir denn bloß wählen?" So werden dieser Tage Stadtpolitiker und auch die Volksstimme öfter gefragt. Dabei: Die Kandidatenlisten sind raus, die Briefwahl läuft rasant an. Ein Überblick vier Tage vor der Wahl.

Elbingerode l Behende packt Marlena Mucha am Dienstag neue große, graue Wahlurnen aus. Sie sind zusätzlich bestellt worden, um in allen zwölf Wahllokalen am Sonntag einen guten Ablauf der Stimmabgabe zu sichern. Gemeinsam mit Viola Fehse, Ingolf Danker sowie Stadtwahlleiter Roland Krebs und dessen Vize Hans-Henning Friedrichs von der Wahlleitung Oberharz hat Marlena Mucha alle Hände voll zu tun. Knapp 130 Frauen und Männer stehen dem Team in den Wahlvorständen von Stiege bis Elbingerode, und Elend zur Seite. Die Wahl selbst hat längst begonnen.

661 Oberharzer haben bis Dienstagmittag schon per Brief ihre Stimme zur Kommunalwahl abgegeben, 615 für die Europawahl. "Das sind mehr als bei der letzten Wahl", schätzt Marlena Mucha ein. Damals habe es um die 700 Briefwähler gegeben. "Die Zahl wird am Mittwoch übertroffen", ist sich Mucha sicher. Wahlleiter Krebs wertet das als guten Anfang.

Insgesamt sind kommenden Sonntag 10 002 Oberharzer (ab 18 Jahre) zur Europawahl aufgerufen, 10 151 (ab 16 Jahre) zur Kommunalwahl. In jedem Ort gibt es ein Wahllokal. Dazu noch je eins zusätzlich in Elbingerode und in Rübeland/Neuwerk. Meist ist die Stimmabgabe an gewohnten Plätzen möglich. Neu ist nur das Wahlbüro in Tanne, Schulstraße 17 a statt wie sonst Schulstraße 2.

Gewählt werden neben Europaparlament und Kreistag der Stadtrat Oberharz und die Ortschaftsräte. Für die Stadt- und die Ortsräte stellen sich insgesamt 181 Kandidaten zur Wahl - als Parteimitglieder, über Wählergemeinschaften, sehr oft auch als Parteilose über die Liste einer Partei. 106 Oberharzer kandidieren für die zehn Ortschaftsräte. Die Zahlen der jeweiligen Ortschaftsratssitze wurden jüngst neu bestimmt (siehe Kästen). Fast überall gibt es mehr Kandidaten als Sitze, außer in Königshütte, da sind Plätze und Kandidatenzahl identisch. In Stiege treten die meisten Kandidaten an - 21.

Mit besonderer Spannung wird wegen der nicht endenden Debatte um eine Auflösung der Kommune die Wahl des neuen Stadtrates Oberharz erwartet. 75 Frauen und Männer (siehe Kasten rechts) stellen sich dem Votum der Oberharzwähler. Dabei reicht das Spektrum von 22 Kandidaten der CDU bis hin zum Einzelbewerber. 28 Sitze im Stadtrat sind zu vergeben.

Wer per Briefwahl abstimmen möchte, kann das am Donnerstag in den Einwohnermeldeämtern in Hasselfelde von 9 bis 12 Uhr und in Benneckenstein von 14 bis 16 Uhr tun, das Amt in Elbingerode hat Donnerstag geschlossen. Am Freitag besteht die letzte Briefwahlmöglichkeit im Meldeamt Hasselfelde von 9-12 Uhr, in Elbingerode von 9-12 und 14-18 Uhr. Zwei Tage drauf ist Wahlsonntag.

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