Der erste Schritt ist getan. In einem beispiellosen Katz-und-Maus-Spiel haben die Stadträte in Quedlinburg am gestrigen Abend den radikalen Schnitt gemacht. Nach Monaten, in denen der vermeintliche Großinvestor aus Berlin mit netten Worten und großen Ankündigungen den Hinhalte-Takt diktiert hat, haben nun sie das Zepter gegriffen. Gewiss: Zwar bleibt damit das Risiko, jetzt eine weitere juristische Baustelle zu riskieren. Unterm Strich aber sprach am Ende alles für den radikalen Schnitt und den Neuanfang, um endlich wieder Land zu sehen. Schließlich kann man einem "Investor", der mit 30 Millionen Euro hantiert und wegen läppischen 8000 Euro die Insolvenz riskiert, nur noch mit Skepsis begegnen. Pro Habitare hatte es seit Januar in der Hand, die Partner mit Fakten von der eigenen Seriosität und dem Investitionswillen zu überzeugen. Bis zuletzt war vor der Ratssitzung dafür Zeit. Nun bleibt die allerletzte Frist bis zum Monatsende.

Das Kurzentrum muss endlich in solides Fahrwasser, um nicht weiter Steuergelder zu verbrennen. Weit über 50 Millionen Euro hat die öffentliche Hand seit 1996 gegeben, um ein Haus, das längst nicht mehr marktgerecht war, irgendwie zu halten. Das war ebenso fragwürdig wie der radikale Schnitt mit der Schließung im Sommer 2013. In wenigen Wochen ist das Haus ein Jahr lang dicht. All dies macht eines klar: Die Privatisierung kommt zu spät und der gestern gestartete Versuch Nummer zwei ist der letzte, der realistisch ist. Dem gesamten Ostharz, Quedlinburg und auch Bad Suderode, aber auch dem Land ist zu wünschen, dass er gelingt.