Sorge l Der kleinste Ortsteil der Stadt Oberharz bleibt auch nach dem Ende der Ausstellung in Ingolstadt/Bayern und dem Erscheinen des Buches "Sorge - ein Dorf mitten in Deutschland" aktuell und in Bewegung.

So sind die Immobilien aus dem ehemals Vogelschen Besitz zum Verkauf gekommen und auch an den Mann gebracht worden. Alle leer stehenden Häuser hätten einen Käufer gefunden, wie Bürgermeisterin Inge Winkel (parteilos) bestätigte. Es mehren sich die Meinungen, wonach es in Sorge vorwärts gehe, sagte sie.

Die Immobilienkäufer seien zumeist Auswärtige, war zu erfahren, die sich Ferienwohnungen einrichten wollen. Einzig das Ferienhausprojekt in der ehemaligen Johanniter-Heilstätte ist an Fragen des Flächenkaufs gescheitert und aufgegeben worden. Dafür kommt wieder Leben ins leere Hotel "Sorgenfrei", das Investor Hans Dorrestijn herrichtet. Den ehemaligen Konsum will ein Tischler aus Clausthal-Zellerfeld zur Werkstatt umbauen, und auch Sorges ältestes Gebäude, die Alte Faktorei, ist unter der Haube.

Dr. Friedrich Vogel aus Linden in Bayern hat das Gebäude übernommen. Es ist sein Elternhaus. Der heute in Bayern lebende Friedrich Vogel ist vielen Harzern von seinem Engagement für Sorge und durch die Ausstellungen im Sorger Landhaus Weichelt bekannt. Er hat bereits den sofortigen Beginn der Sanierung des Fachwerkhauses veranlasst. Eine Fachfirma aus Elend ist seit Anfang Mai dabei, die Fassade in ihren Originalzustand zu versetzen.

Alle 54 Fenster sollen erneuert, diverse Balken ersetzt und die Gefache zwischen den Fachwerkbalken erneuert werden. Derzeit wird die Westfassade mit einer Isolierung und einem Bretterverschlag versehen. Zu den Arbeiten ist Designerin Martina Fender aus Leipzig hinzugerufen worden, die den einstigen originalen Farbanstrich ermitteln soll. Mit diesem soll das Gebäude im Sorger Unterdorf dann auch wieder gestrichen werden.

Bis zum Sommer müssen die wichtigsten Arbeiten abgeschlossen sein, sagte Friedrich Vogel der Volksstimme, denn Ende September ist die Einweihung mit einer großen Feier geplant. "Super, dass die Alte Faktorei als Dorfmittelpunkt wieder instand gesetzt wird", so Ortschefin Winkel: "Das wird das Ortsbild gewaltig aufbessern und die Entwicklung in Sorge voranbringen."

Die Alte Faktorei von Sorge ist 1756 als Wohnhaus für den Hüttenbesitzer mit einem Betsaal für die Sorger Hüttenarbeiter gebaut worden. So mussten diese für das damals übliche Gebet vor der Frühschicht nicht mehr bis zur Kirche nach Benneckenstein laufen.

Über vier Generationen hinweg lebte die Familie Vogel in dem alten Fachwerkhaus, deren Nachkomme Friedrich Vogel das geschichtsträchtige Gebäude nun sanieren lässt.

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