Auf dieses Buch haben Geschichtsinteressierte lange warten müssen. "Zeitmaschine Museum" heißt der neueste Band aus der Edition Schloss Wernigerode, der ein Jahr nach dem ursprünglichen Anlass erscheint - dem 20-jährigen Bestehen der Schloß GmbH im Mai 2013.

Von Katrin Schröder

Wernigerode l "Das Buch ist wie eine Enzyklopädie der musealen Arbeit im Schloss", sagt Christian Juranek über das Werk "Zeitmaschine Museum". Es ist der neueste Band aus der Edition Schloss Wernigerode. In acht Aufsätzen, von denen sechs aus der Feder des Schlosschefs stammen, wird die jüngste Geschichte des Schlosses, der Schloss GmbH sowie ihrer Tätigkeit aufgezeichnet. Thema ist etwa die Nutzung des Schlosses als Museum wie auch die Einrichtung der Schloss GmbH.

Ausführlich wird die Entwicklung der Sammlungen anhand ausgewählter Beispiele beleuchtet. Zahlreiche Stücke, die Kustodin Eva-Maria Hasert beschreibt, würden zum ersten Mal publiziert, berichtet Christian Juranek - zum Beispiel die Johanniter-Uniform des Grafen Henrich zu Stolberg-Wernigerode und die Silberhochzeitskassette des Grafen Botho mit 26 gestalteten Blättern. "Für die Geschichte der Stadt und des Schlosses sind diese höchst wichtig", betont der Schlosschef. Auf einem Blatt ist die brennende Stadt im Jahr 1847 zu sehen - bisher ist nur ein Bild bekannt, dass Wernigerode nach dem Brand zeigt.

Ein Beitrag widmet sich der Restaurierung des Schlosses und der Konzeption der Räume. "Das wäre ein Thema für ein eigenes Buch", so Juranek. Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie das Schloss zu dem wurde, was es heute ist.

Mit den Gästen, die das Museum besichtigen wollen, beschäftigt sich Mathilde S. Groß. Die Dozentin für Tourismusmanagement an der Hochschule Harz zieht ein Resümee aus bisher fünf Erhebungen. "Alle drei Jahre betreiben wir Besucherforschung", erklärt Juranek. "Das ist einzigartig. Es gibt keine Kultureinrichtung, die das so konsequent betreibt."

Als "Leistungsschau der vergangenen 20 Jahre" sieht Peter Ahlgrimm, Vorstandsvorsitzender der ÖSA-Versicherung, das Buch. ÖSA und Harzsparkasse haben das Projekt finanziell unterstützt. "Wenn man das Ergebnis sieht, haben wir einen guten Beitrag geleistet", sagt Sparkassenvorstand Wilfried Schlüter. Das Buch ist ab sofort im Buchhandel und auf Schloss Wernigerode erhältlich.