Wernigerode l Wernigerode hat gewählt. Die Sitzverteilung im neuen Wernigeröder Stadtrat steht fest. Insgesamt 87 Kandidaten von sieben verschiedenen Parteien und Wählergemeinschaften hatten sich um ein Stadtratsmandat beworben. 40 Plätze gilt es, zu besetzen.

Gewinner ist die CDU, die mit 37,67 Prozent der Wählerstimmen einen Sitz hinzugewinnen kann und nun mit 15 Kommunalpolitikern stärkste Kraft im Stadtparlament ist. Ebenfalls zu den Siegern gehört Bündnis 90/Die Grünen. Mit 7,06 Prozent können sie ihr Ergebnis von 2009 (3,6 %)fast verdoppeln. Sie gewinnen zwei Sitze dazu und sind nun zu dritt im Stadtrat vertreten.

SPD verliert Wählerstimmen und zwei Mandate

Der ehemalige Fraktionspartner der Grünen, die SPD, büßt dagegen zwei ihrer 13Sitze ein. Mit 26,68 Prozent der Wählerstimmen hat sie ein deutlich schlechteres Ergebnis eingefahren als 2009 (31,9 Prozent). Auch die FDP muss Verluste hinnehmen mit lediglich 0,96 Prozent verliert sie ihren einzigen Sitz. Haus Grund kann sich zwar um knapp 1,3 Prozentpunkte verbessern, es bleibt aber bei zwei Sitzen für die Wählergemeinschaft. Auch die Linken haben sich mit nach wie vor acht Sitzen weder verbessert noch verschlechtert.

Trotz des Wahlsieges der CDU hat mit Rainer Schulze ein SPD-Kandidat die meisten Stimmen (2658) auf sich vereinen können. Kleiner Wermutstropfen: 2009 stimmten noch 398 Bürger mehr für ihn.

Zweitplatzierter ist Uwe-Friedrich Albrecht (CDU) mit 2219 Stimmen, der sich zu 2009 (1482) deutlich verbessert hat.

Auf dem dritten Rang steht Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD, 1954 Stimmen), der sein Ergebnis vor fünf Jahren (1976) fast halten kann.

Auf den weiteren Plätzen folgen Dieter Kabelitz, der mit 1676 Stimmen das beste Resultat für die Linken einfährt, Angela Gorr (CDU/1645), Karl-Heinz Mänz (CDU/1542), Sabine Wetzel (Grüne/1304), Thomas Schatz (Linke/942), Frank Diesener (Haus Grund/824) und Michael Wiecker (CDU/802).

Mit 395 Stimmen nicht unter den Top 10 ist Denis Mau von den Piraten. Dennoch hat es für ein Stadtratsmandat gereicht.

Prominente Verluste bei Linken und SPD

Einige Parteien müssen prominente Verluste beklagen. So gehören Wilfried Pöhlert (Linke) und Minslebens Bürgermeister Knut Festerling (parteilos, für SPD) dem Stadtparlament nach der derzeitigen Sitzverteilung nicht mehr an. Dafür steigen als Neulinge unter anderen Christian Linde (parteilos, für CDU), Cary Barner (parteilos, für CDU), Katja Uebersalz (CDU), Sarah Piper (parteilos, für SPD), Mario Schlieper (parteilos, für SPD), Tobias Kascha (SPD), Dr. Tina Sasse (parteilos, für die Grünen) und Hendrik Thurm (Wählervereinigung Haus Grund) in die Reihen der Stadträte auf. Ein ebenfalls neues Gesicht im Wernigeröder Stadtrat gehört der Harzer Landtagsabgeordneten Evelyn Edler (Linke).

Bürgermeister haben in den Ortsteilen Nase vorn

Bei den fünf Ortschaftsratwahlen haben die amtierenden Bürgermeister, die sich erneut zur Wahl stellten, die meisten Stimmen erreicht. Das gilt für Knut Festerling (parteilos, für SPD) in Minsleben, Christiane Hopstock (CDU, für Bund Schierker Bürger) in Schierke und Karl-Heinz Mänz (CDU) in Silstedt. Im Ortsteil Benzingerode haben Katja Übersalz (CDU) und in Reddeber Bernd Rettmer (parteilos, für CDU) die Nasen vorn.

Die Wahlbeteiligung hat sich gegenüber 2009 geringfügig verbessert. Vor fünf Jahren beteiligten sich 40,2 Prozent an der Kommunalwahl. Bei der aktuellen Stadtratswahl am Sonntag waren es 41 Prozent. Als am wahlmüdesten erwiesen sich diesmal die Bewohner des Stadtfelds. In dem Wernigeröder Wohngebiet lag die Wahlbeteiligung gerade einmal bei 24 Prozent. Spitzenreiter waren die Schierker. Mehr als 60 Prozent der wahlberechtigten Bürger des Wernigeröder Ortsteils schritten am Sonntag zur Urne.

Endgültiges Ergebnis am 2. Juni

Hinter den vielen freiwilligen Wahlhelfern liegt ein anstrengender Sonntag, bilanziert Andreas Meling, Sprecher der Stadtverwaltung. Durch das Zusammenfallen von Europa-, Kreistags-, und Stadtratswahlen mussten die Stimmen von drei unterschiedlichen Wahlzetteln gezählt werden. In den fünf Wernigeröder Ortsteilen waren es mit den Ortschaftsratswahlen sogar vier Zettel.

"Das war sehr aufwändig und eine extreme Belastung für alle Helfer", fasst Andreas Meling zusammen. Bis kurz vor Mitternacht wurde gezählt, erst gegen 23.42 Uhr stand schließlich das vorläufige Endergebnis für die Stadtratswahl fest.

Das endgültige Ergebnis wird der Wahlausschuss in seiner öffentlichen Sitzung am kommenden Montag, 2. Juni, festlegen. Der Ausschuss tagt ab 16 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Der neue Stadtrat konstituiert sich am Donnerstag, 3. Juli, bei seiner ersten Sitzung.

   

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