Hochwasser in Stadt Oberharz? Fehlanzeige! Die Talsperren haben noch viel Freiraum, und die Zuläufe gingen gestern zurück. Allerdings füllt sich die Rappbodetalsperre rapide.

Stadt Oberharz. Nicht wenige Schaulustige nutzten das zum Teil sonnige "Frühlingswetter" gestern zu einem Spaziergang an die Wasserläufe und Talperren der Region.

Doch Hochwasser wie in anderen Gegenden Deutschlands und auch in Sachsen-Anhalt bekam niemand zu Gesicht.

"Die Lage ist im Griff, wir haben in der Rappbodetalsperre noch etwa fünf Millionen Kubikmeter Stauraum, auch in den anderen Sperren ist noch Stauraum frei", sagte Michael Strobel, Chef der Talsperren-Wasserkraft GmbH und am Wochenende Leiter vom Dienst beim Talsperrenbetrieb des Landes.

Ein Problem gebe es allerdings an der Talsperre Wippra, die laufe über, aber auch ohne Dramatik, so Strobel mit einer Anmerkung: Nicht umsonst setze sich der Talsperrenbetrieb seit Jahren dafür ein, dass zu dem Rückhaltebecken Wippra eine bereits in der DDR geplante Stauanlage gebaut werde, was Umweltverbände und Bürger kritisieren (Volksstimme berichtete). Hätten wir jetzt diese Anlage, würde die Talsperre Wippra sicher nicht überlaufen, so Strobel.

Im Bereich der Stadt Oberharz sei bisher nicht mit dem Überlaufen irgendeiner Talsperre zu rechnen, hieß es weiter, wenngleich der Zulauf an Dynamik gewonnen habe.

So wurden gestern acht Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus der Rappbodetalsperre als dem Hauptwerk des Hochwasserschutzsystems abgelassen. Der Zulauf aus Flüssen und Überleitungssperre belief sich jedoch auf 15 Kubikmeter pro Sekunde. "Also fast das Doppelte läuft zu!", so Strobel. Die Folge: Das Becken der Rappbodetalsperre füllt sich zusehends. Sonnabend gab es noch zehn Millionen Kubikmeter Stauraum, gestern nur noch halb soviel.

"Ein starker Regen dürfte nun nicht unbedingt noch hinzukommen, das könnte knapp werden", räumte Michael Strobel ein. Aber die Spitze des Zulaufs sei überwunden. "Derzeit sinken die Zuläufe", informierte der Wasserexperte. Deshalb werde es vielleicht nicht nötig sein, Wasser aus der Rappbodesperre in die Wendefurther oder gar in den Bodeunterlauf abzugeben. "Vielleicht", betonte Strobel, "es bleibt also spannend."

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