Reddeber/Wernigerode. "Wir wohnen jetzt im Nirgendwo!" Mit dieser Feststellung meldete sich Familie Schubert am Sonntag in der Redaktion der Harzer Volksstimme.

Die Begründung: Wegen der Eingemeindung ihres Heimatortes Reddeber nach Wernigerode sind die sogenannten doppelten Straßennamen geändert worden. Beispielsweise wurde aus dem Birkenweg, wo das Ehepaar wohnt, per Stadtratsbeschluss am 30. September 2010 der Amselweg. Insgesamt wurden in Reddeber neun Straßennamen geändert. Sie alle haben nach Bekanntgabe im Amtsblatt ab 1. Januar dieses Jahres Gültigkeit bekommen. Ordnungsgemäß und rechtzeitig haben sich Henriette und Ernst Schubert im entsprechenden Amt umgemeldet. "Außerdem haben wir über 50 private und geschäftliche Partner über unsere Adressenänderung informiert." Nur, so nun ihre Kritik, "scheint die Stadtverwaltung Wernigerode offenbar überrascht zu sein". Vom Schild mit der Aufschrift "Amselweg" fehlt weit und breit jede Spur.

Es ist mittlerweile Mitte Januar, "und wir leben immer noch an einer Straße mit der Bezeichnung ‘Birkenweg‘, die es aber so nicht mehr gibt", hadern die Schuberts und fragen zugleich: "Wer kann sich nun zu uns finden? Notarzt, Feuerwehr, privater Besuch, Paketdienste haben keine Chance. Zum Glück kennt die Post die alte und neue Adresse."

Als das Paar aus Reddeber in der Vorwoche vom Bauamt die Auskunft bekam, dass die neuen Straßenschilder erst bestellt werden können, wenn der Haushalt der Stadt für 2011 beschlossen sei, wandte es sich hilfesuchend an die Redaktion.

"Nein, diese Auskunft ist falsch", versicherte Andreas Meling gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Die Schilder seien im Dezember bestellt worden, sollen in dieser Woche geliefert und dann sofort angebaut werden. Der Pressesprecher im Rathaus bedauerte die Verspätung, die, so seine Vermutung, der Feiertage wohl geschuldet seien.Übrigens