Für insgesamt 880 000 Euro ist die Straße Unter den Zindeln ausgebaut und am Freitag Vormittag für den Verkehr freigegeben worden. Für die Autofahrer endlich eine Erleichterung.

Wernigerode l Seit Freitag rollt der Verkehr wieder Unter den Zindeln in Wernigerode. Für insgesamt 880 000 Euro ist die Einbahnstraße ausgebaut worden. Das großangelegte Gemeinschaftsprojekt von Stadtverwaltung, Stadtwerken und Wasser und Abwasserverband Holtemme-Bode wurde in zwei Bauphasen realisiert.

"Die Planungen dafür haben bereits 2007 begonnen", so Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) bei der feierlichen Freigabe. "Und sieben Jahre später sind wir fertig. Das ist ganz schön lange für 500 Meter." Gaffert bezeichnete Unter den Zindeln als eine wichtige Straße für den Autoverkehr in Wernigerode. "Sie ist sozusagen der Bypass für unsere Hauptstraßen." Viele Wernigeröder benutzen sie gerade zu den Hauptverkehrszeiten gern als Schleichweg. "Deshalb haben sich alle nach der Freigabe gesehnt."

Der erste Bauabschnitt zwischen Heltauer Platz und der Zufahrt zum Parkplatz Ochsenteich wurde im September 2012 begonnen und im Juli 2013 fertiggestellt. Die Arbeiten an dem 200 Meter langen Abschnitt kosteten 330 000 Euro. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm "Stadtumbau Ost".

"Unter den Zindeln ist der Bypass für unsere Hauptstraßen."

Unter anderem wurde der Gehweg auf der Seite des Ochsenteich-Geländes neu angelegt. Außerdem wurde die Zufahrt erneuert und erweitert. Für Geschichtsbegeisterte interessant: Der Gewässerauslauf des querenden Heidemühlengrabens ist neu gestaltet worden. Der Kanal belieferte vor Jahrhunderten die Walk- und die Kornmühle mit Wasser. Die historische Stätte soll in Kürze durch eine Infotafel und ein Geländer ergänzt werden.

Der zweite Bauabschnitt startete im Oktober 2013. Die Fahrbahn wurde auf sieben Meter Breite ausgebaut und mit Asphalt befestigt. Der Fußgängerüberweg wurde behindertengerecht gestaltet. Für Radfahrer gibt es nun eine sogenannte Bedarfsspur, die auf der Straße markiert ist.

Die Stadtwerke ließen Trink- und Elektroleitungen verlegen und eine Trafostation installieren. Zudem wurde die benachbarte Thomas-Müntzer-Sekundarschule sowie die Diesterweggrundschule an die Fernwärmetrasse angeschlossen, die vom Wohngebiet Harzblick bis zum Harzklinikum verläuft. Darüber hinaus hat der Wasser- und Abwasserverband den Schmutzwasser- und Regenwasserkanal erneuern lassen.

Die zweite Bauphase schlug mit 550 000 Euro zu Buche und wurde aus dem Förderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" finanziert.

"Der Straßenausbau ist eine Aufwertung für das Wohnquartier."

Oberbürgermeister Peter Gaffert lobte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten in den letzten Jahren und vor allem das Engagement der Baufirmen. "Das lief Hand in Hand." Der Ausbau der Straße sei für das Wohnquartier eine Aufwertung "und neben dem Turnhallenneubau und der geplanten Erschließung des Ochsenteich-Geländes ein Meilenstein für die Gesamtentwicklung", so Gaffert.

Autofahrer können indes aufatmen. Aber die Nöschenröder Straße samt Kreuzung Burgberg/Schöne Ecke ist wegen Bauarbeiten weiter dicht. Der Bereich soll noch vor dem Sachsen-Anhalt-Tag frei sein. Die Arbeiten bis zur Degenerstraße sollen Mitte August beendet sein. Dann rückt die Baustelle weiter. Der Abschluss des letzten Straßenabschnitts bis zum Holfelder Platz ist für Dezember geplant. Bis dahin müssen sich Autofahrer auf Umleitungen einstellen.