Derenburg. An ihrem ursprünglichen Platz, der Rathausecke auf dem Derenburger Kirchplatz, befindet sich seit Ende vorigen Jahres wieder eine "Amtslinde". Blankenburgs Bürgermeister Hanns-Michael Noll und Derenburgs Ortsbürgermeister Reinhard Brandt hatten sie dort im Beisein mehrerer Vertreter des Stadt- und des Ortschaftsrates sowie aus den anderen Ortsteilen Blankenburgs gepflanzt.

Der Stadtort des Baumes hat eine jahrhundertealte Geschichte und weist zugleich auf die ebenso alten Verbindungen beider Harzstädte miteinander. Reinhard Brandt ging darauf während einer kleinen Ansprache zur Pflanzung des jungen Lindenbaums ein.

Derenburg und die umliegenden Dörfer gingen demnach im Jahre 1190 durch die Äbtissin von Gandersheim an die Regensteiner über. Am Platz der einstigen Linde, die etwa 300 Jahre alt wurde, hielt man zu jener Zeit Gerichtstage ab. Aus Geldnot wurden die Stadt und die Dörfer m Jahre 1540 an "Derer von Veltheim" verpfändet. 1714 wiederum wurden sie Staatseigentum des preußischen Königs. Blankenburg war damals Braunschweigisch. Noch einmal gab es direkte Verbindungen zwischen beiden Städten, zur Zeit des Landkreises Blankenburg, zu dem auch Derenburg gehörte.

Bis etwa 1760 war die Derenburger Amtslinde dazu da, um unter ihr Gericht zu halten. 1992 fiel sie Vandalismus zum Opfer. In dem hohlen alten Baum wurde Feuer gelegt, und er musste anschließend gefällt werden.

Nun wächst an seiner Stelle ein neues Bäumchen, das gewiss noch Jahrzehnte brauchen wird, um in alter Pracht und Größe seines Vorgängers herangewachsen zu sein. Es soll aber schon jetzt auf die Verbundenheit zu Blankenburg verweisen.

So erinnerte der Ortsbürgermeister, was sich seit der Eingemeindung Derenburgs am 28. November 2009 alles in dem heutigen Blankenburger Ortsteil getan habe: So sei die Haushaltsumstellung in kürzester Zeit erfolgt. Die Sporthalle konnte saniert werden, der Ausbau der alten "Diesterwegschule" zu einem schönen Hort wurde ebenfalls verwirklicht. Die letzten Straßen und Plätze wie Eckern-, Friedens-, Bleich-, Rothe- und Wernigeröder Straße sowie Vor dem Tore wurden an das Schmutz- und Regenwasser-Kanalsystem angeschlossen.

Der innerörtliche Hochwasserschutz im Verlauf der Holtemme von der kleinen Brücke bis zum ehemaligen Penny-Markt konnte vollendet werden und bewahrt nun die Anwohner sowie die Innenstadt in diesem Bereich vor Überflutungen

"All diese Leistungen lassen uns optimistisch stimmen. Wir wollen mit den anderen Ortschaften der Stadt Blankenburg weiter zusammenwachsen. Dieser Baum soll uns in eine gemeinsame schönere Zukunft begleiten", erklärte Ortsbürgermeister Reinhard Brandt.