Wernigerode (pi). Die Frage Gelber Sack oder Gelbe Tonne beschäftigt weiter die Wernigeröder Kommunalpolitiker. Der Ordnungsausschuss befasste sich am Dienstagabend mit der laut Siegfried Siegel (SPD) "seit 13 Jahren geführten Diskussion". Der Ausschussvorsitzende war es im vergangenen Jahr selbst, der den Stein wieder ins Rollen gebracht hatte (wir berichteten). Daher war es nicht verwunderlich, dass Siegel bei der Sitzung nochmals für "seine" Beschlussvorlage warb: "Die Vorteile der Tonne überwiegen".

Würde der Stadtrat für die Tonne stimmen, würde Oberbürgermeister Peter Gaffert den Auftrag erhalten, sich bei der zuständigen Entsorgungsfirma für die Einfuhr der Gelben Tonne als Ersatz für die Säcke stark zu machen. Eine Umstellung des Systems könne frühestens 2014 mit der Neuvereinbarung der Verträge zwischen Stadt und Entsorger erfolgen.

Um in der Müllfrage zu einer Lösung zu gelangen, hatten die Ratsmitglieder zuvor die beiden größten Vermieter in Wernigerode GWW (Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft) und WWG (Wohnungsgenossenschaft) zu ihrer Position befragt. Die GWW verwaltet derzeit 3600 Wohnungen und würde für den Erhalt der Säcke plädieren. Die WWG habe laut Siegel vorgerechnet, was die Umstellung kosten würde. Für die Bereitstellung von geeigneten Stellflächen für die neue Tonne müsste die Genossenschaft 80 000 Euro investieren.

In einer Telefonumfrage im Auftrag der Volksstimme hatten sich nahezu 50 Prozent der Leser für den Erhalt der Säcke eingesetzt. Ähnlich uneinig zeigte sich der Ausschuss am Dienstag bei der Abstimmung: Vier Ja-Stimmen zu vier Nein-Stimmen. Da sich somit keine Mehrheit gefunden hatte, war die Beschlussvorlage gescheitert.

Etwas enttäuscht vom Ergebnis sagte Siegfried Siegel: "Es wird dem Stadtrat schwer zu vermitteln sein, dass der Ausschuss nicht mehr hinter seiner eigenen Vorlage steht."