Wernigerode l Der Ball rollt bei der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Derweil wird im Internet darüber diskutiert, ob es gut oder bedauerlich ist, dass das Public Viewing in der Wernigeröder Innenstadt ausfällt. Im sozialen Netzwerk Facebook gibt es Stimmen, die kritisieren, dass kein öffentliches Fußballfest gefeiert wird, andere hingegen können damit gut leben.

"Wir haben wichtigere und viel dringendere Probleme als das vermeintliche Fehlen eines ach so wichtigen ,Public-Viewing` auf dem Nicolaiplatz", schreibt etwa Patrick König. Früher habe man das gemeinsame Fußballschauen an öffentlichen Orten auch nicht vermisst. "Da ging man zu Freunden oder in eine Kneipe."

Nadja Starcke sieht das Problem bei den teils sehr späten Anstoßzeiten und den hohen Kosten. Dennoch bedauert sie es, dass das Public Viewing in Wernigerode bei dieser Weltmeisterschaft ausfällt. "War sonst eine sensationelle Sache, mit allen zu feiern und das spannende Spiel zu verfolgen. Schade." Um das zu erleben, hätten sicher viele auch Eintritt gezahlt, glaubt sie.

"Wernigerode mutiert zur Rentnerstadt", schreibt Yvonne König. Für andere Dinge sei Geld da, aber wenn die Spiele zeitlich günstiger lägen, dann wäre vielleicht doch manch ein Gastronom auf den Zug aufgesprungen. "Dafür sind auch nicht die Kommunen zuständig. Das sollte von einem privaten Veranstalter durchgeführt werden", findet hingegen Stefan Heymann. Für die seien aber Anwohner, die dagegen sind, sowie hohe Auflagen der Stadtverwaltung ein Problem.

Christian Schmidt ist derweil froh darüber, dass keine Fußballparty in der Innenstadt gefeiert wird - denn schon bei der letzten WM haben ihn die Betrunkenen gestört, die bis spät in die Nacht durch die Stadt zogen. "Was sollte das denn werden, wenn die jetzt erst 23 Uhr fertig sind mit dem Spiel? Sollen dann die Anwohner in den Wochen frei nehmen, nur weil sie nie vor 3 Uhr ins Bett kommen würden?"

Auch Torsten Schreier hofft, dass "dieser Blödsinn mit Fahnen am Auto und Hupkonzerten" schnell wieder vorbei sein wird - und rechnet mit einem frühen Aus der deutschen Elf. Jens Wisotzky sieht das ähnlich. "Ist doch nur Fußball. In ein paar Tagen ist eh wieder alles vorbei", schreibt er.