Wernigerode l Die Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserverbandes Holtemme-Bode (WAHB) hat in ihrer jüngsten Sitzung in Silstedt am 21.Mai über eine neue Verwaltungsgebühr für Minderungszähler entschieden.

Sie reduziert sich nach einer Neuberechnung von 10,25Euro auf 7,60 Euro für Kunden mit Bestandszählern. Das betrifft alle Gartenbesitzer, die einen Minderungszähler nutzen, dessen Eichfrist vor 2018 abläuft. Alle neuen Nutzer der Regelung profitieren von der im Januar beschlossenen Kooperation mit den Stadtwerken, deren Mitarbeiter die Kontrolle der Zähler im Auftrag des Abwasserverbandes übernehmen (Volksstimme berichtete). Für sie reduziert sich die Gebühr auf 6 Euro pro Jahr. Die Mitglieder der Versammlung stimmten - bis auf Helmut Porsche, der sich enthielt - einmütig für die neue Gebührenordnung.

Die Freude über die niedrigere Gebühr hält sich bei Volker Thurm in Grenzen. Der Wernigeröder hatte sich vor einem Jahr an die Spitze einer Initiative von Hauseigentümern gestellt, die sich gegen die 2013 erstmals erhobene Bearbeitungsgebühr und diverse neueingeführte Extra-Kosten bei der Absetzung des Gießwassers positioniert hatte.

"In der Neuberechnung des Abwasserverbandes sind Positionen enthalten, die schlichtweg nicht stattfinden", sagte er gegenüber der Volksstimme. So wird laut Beschluss eine halbe Stunde Betreuungszeit pro Kunde berechnet. Zusätzlich fließt die Arbeitszeit für die Kontrolle der Eichfrist in die Berechnung ein. "Nicht ein einziges Mal hat der Abwasserverband die Eichfrist bisher kontrolliert. Diese Zahlen sind nicht nachvollziehbar", sagt Thurm. "Ich frage mich, warum die Gebühr plötzlich von 10,25 Euro auf 7,60 Euro für die Kunden mit Bestandszählern gesunken ist", sagt er. "Denn es ist nach wie vor dieselbe Leistung, die vom Abwasserverband erbracht wird." Nichtsdestotrotz sei die Gebühr ein Kompromiss, mit dem die Gartenbesitzer besser leben können, so Volker Thurm.

Zum Hintergrund: Im Garten verbrauchtes Gießwasser kann mit einem Minderungszähler von der Schmutzwasserrechnung abgesetzt werden, um so Geld zu sparen - 3 Euro pro Kubikmeter Wasser. Vor 2013 konnten Gartenbesitzer selbsteingebaute Minderungszähler verwenden, deren Stand sie selbst abgelesen und dem Verband formlos übermittelt hatten.