Reddeber l Die Kirche in Reddeber ist eingerüstet. Nicht nur die Fassade, auch der Turm des Gotteshauses ist mit einem Baugerüst verkleidet.

"Das Dach über dem Kirchenschiff muss neu eingedeckt werden", sagt Wolfgang Baake vom Gemeindekirchenrat auf Volksstimme-Nachfrage. Das Dach sei zuletzt vor mehr als 25 Jahren saniert worden. "Die Betonziegel aus DDR-Zeiten sind inzwischen zerschlissen, die Überdachung teilweise undicht." Die beauftragte Dachdeckerfirma könne die Ziegel ohne Weiteres auswechseln, so Baake. Der Turm werde derweil nicht saniert. "Wir lassen lediglich den losen Putz abschlagen." Die Kosten für die Bauarbeiten belaufen sich auf etwa 100.000 Euro. 13.851 Euro stammen aus Eigenmitteln, 30 000 Euro übernimmt der Kirchenkreis. 21.148 Euro trägt das Amt für Landwirtschaft und Flurordnung, und 35.000 Euro übernimmt Lotto-Toto. Bis zum Oktober soll die Sanierung abgeschlossen sein. "Die Gottesdienste finden weiter in gewohnter Form statt", so Baake.

Es ist nicht das erste Mal, dass in diesem Jahr an der Kirche gebaut wird. Im April war der Blitz in das Reddeberaner Gotteshaus eingeschlagen. Die Elektroanlage und das Glockengeläut wurden dabei beschädigt. "Der Schaden wurde inzwischen behoben", berichtet das Kirchenratsmitglied. Glücklicherweise habe die Versicherung die Kosten von 4600 Euro übernommen.

Zudem sei die Beheizung des Gotteshauses geplant, informiert Wolfgang Baake. "Damit wir das Gebäude als Winterkirche nutzen können." Allerdings sei die Finanzierung für das Projekt noch nicht gesichert. Ein Termin für die Umsetzung stehe noch nicht fest.

Die Kirche zählt zu den ältesten Stamm- und Missionskirchen in der Region, heißt es in einer Ortschronik. In welchem Jahr die Kirche gebaut wurde, ist nicht bekannt. Es wird angenommen, dass das Gebäude um das Jahr 1000 errichtet wurde, da es dem Baustil der Ottozeit entspricht. 1681 hingen im Turm drei Glocken, heißt es. Zwei der Glocken mussten während der Weltkriege als Materialreserven abgegeben werden. Der Turm ist zwischen 1887 und 1890 völlig neu errichtet worden und erhielt dabei seine schlanke Gestalt.