Wernigerode l Wernigerodes Partnerstädte sind Regina Grothe ans Herz gewachsen. Jahrelang war sie als Chefin des Oberbürgermeisterbüros auch für die Städtepartnerschaften zuständig. Seit mehr als sechs Jahren genießt sie ihren Ruhestand, ihre Erfahrungen gibt sie nun ehrenamtlich in einem Arbeitskreis des Heimat- und Geschichtsvereins weiter.

25 Jahre ist es her, dass der Kooperationsvertrag mit Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) unterzeichnet wurde. "Das war schon eine besondere Partnerschaft, bereits vor der Wende begründet", blickt sie zurück. Die Menschen seien neugierig aufeinander gewesen, Freundschaften seien geschlossen worden. Viele würden bis heute halten. "In den ersten Jahren gab es einen sehr engagierten Partnerschaftsverein unter der Leitung von Klaus-Peter Schweiger", erinnert sich Regina Grothe. Wernigeröder Vereine wie der Harzer Schwimmverein, der Harzklub-Zweigverein und die Chöre der Stadt knüpften Kontakte nach Neustadt, besuchten ihre Gleichgesinnten regelmäßig. Gut in Erinnerung geblieben ist Regina Grothe die Amtshilfe der Pfälzer nach der Wende. "Rathausmitarbeiter aus Neustadt unterstützten uns bei der Neuorganisation unserer Verwaltung." So mussten unter anderem eine Hauptsatzung erarbeitet und der Vermögenshaushalt aufgestellt werden.

Höhepunkt der Partnerschaft sind die Neustadter Weintage, die in diesem Jahr bereits zum 24. Mal in Wernigerode stattfinden. Am kommenden Wochenende, 27. bis 29.Juni, wird gleichzeitig der 25. Geburtstag der Städtepartnerschaft gefeiert. "Zum Festakt erwarten wir eine 34-köpfige Delegation mit Verwaltungsmitarbeitern, Stadträten und Vereinen aus Neustadt", informiert Andreas Meling, der Nachfolger von Regina Grothe im Rathaus.

Neben den offiziellen Besuchern reisen noch einige Neustadter mit dem Bus nach Wernigerode an. Sie beteiligen sich an einer Bürgerreise, die über die Tourismus GmbH gebucht werden konnte. Die Teilnehmer fahren unter anderem mit der Bimmelbahn zum Schloss und mit der Harzer Schmalspurbahn zum Brocken. "Unser Arbeitskreis Städtepartnerschaften übernimmt die Betreuung der Gäste", kündigt Regina Grothe an. "Wir begleiten sie und wollen ihnen als Botschafter die Stadt näher bringen."

Im Gegenzug fahren im Oktober etwa 50 Wernigeröder nach Neustadt. Regina Grothe wird als Reiseleiterin mit dabeisein. Neustadt und seine Weindörfer kenne sie durch zahlreiche private Besuche zum Mandelblütenfest, Kastanienfest oder diversen Weinfesten. Auf die Jubiläumsfeierlichkeiten freue sie sich schon jetzt. "Ich hoffe, dass dabei das Interesse an der Partnerschaft neu geweckt wird, dass Erinnerungen wieder wachgerufen und Gemeinsamkeiten vertieft werden." Die Städtepartnerschaft brauche Pflege. "Im zusammengewachsenen Deutschland jedes Jahr ein bisschen mehr."

Übrigens: Für den Arbeitskreis werden noch weitere Mitstreiter gesucht. "Am besten mit Fremdsprachenkenntnissen", sagt Regina Grothe. Denn auch die Partnerschaften mit Heltau (Rumänien), Hoi An (Vietnam) und Carpi (Italien) müssen mit Leben erfüllt werden. "Es gibt also viel zu tun." So sei im kommenden Jahr eine erste Bürgerreise nach Vietnam geplant. Außerdem werden im Juli Vertreter der Partnerstädte beim Sachsen-Anhalt-Tag in Wernigerode erwartet. "Noch warten wir auf Zusagen aus Heltau und Carpi", sagt Andreas Meling. In beiden Orten seien kürzlich neue Bürgermeister gewählt worden, was die Kontaktaufnahme erschwere. "Ich glaube trotzdem noch immer an eine Zusage."

Wer sich im Arbeitskreis Städtepartnerschaften engagieren will, kann sich unter Telefon (0 39 43) 63 48 72 und per E-Mail unter regina-grothe@t-online.de melden.