Hasselfelde l Die Badesaison lockt Wasserratten in Scharen in die Oberharzer Freibäder. Auch in Hasselfelde. Doch dort sind einige Einwohner über die neuen Preise entsetzt. Dabei wird die Angleichung des Einzeleintrittspreises an den der Bäder in Rübeland, und Elend auf drei Euro pro Erwachsenen und 1,50 Euro pro Kind als normal angesehen. Für Unmut und sogar Protest sorgen die Saisonkarten.

Diese berechtigen zum Besuch des Waldseebades den ganzen Sommer hindurch. Auch mehrfach am Tag. Kostete so ein "Rundum-sorglos-Badepaket" früher für Erwachsene in Hasselfelde lediglich 25 Euro und für Kinder acht Euro, so sind nun pro Erwachsenen 80 Euro und für eine Kinder-Saisonkarte 40 Euro zu zahlen.

"Unverständlich", "nicht bezahlbar" und "gar nicht abbadbar", kritisierten Bürgerinnen am Lesertelefon (Volksstimme berichtete). Beim Tourismusbetrieb wird das zurückgewiesen und um Verständnis für die neuen Preise geworben. Sie gelten als unabdingbar.

"Wir haben uns intensiv mit der Lage und mit den Besuchergewohnheiten in Hasselfelde beschäftigt und die Preise im Umfeld verglichen", erläutert Thomas Schult, der Bäderverantwortliche im Eigenbetrieb für Tourismus in der Stadt Oberharz am Brocken. Gemäß Aufwand und Sparvorgabe durch das Haushaltskonsolidierungskonzept des Stadtrates seien dann die neuen Preise festgelegt worden. Sie seien hoch, aber nicht die höchsten der Region, wie ein Blick etwa auf das Biobad in Blankenburg oder die Ilseperle in Wasserleben zeige (siehe Kasten).

"Die Preise wurden dann in der öffentlichen Tagung des Betriebsausschusses am 14. Mai beschlossen", berichtet Tourismusbetriebschefin Cathleen Hensel. Und die meisten Bürger würden sie auch akzeptieren.

"Jeder versteht doch, dass wir hart kalkulieren müssen und das Waldseebad unbedingt erhalten wollen", sagt Bäderchef Schult. Darin sei man sich auch mit dem neuen Ortschaftsrat von Hasselfelde bei einer Aussprache zu den Preisen schnell einig geworden. Außerdem wurde die Möglichkeit zum Besuch der Schwimmhalle "Harzbad" in Benneckenstein mit der Hasselfelder Saisonkarte geschaffen und deren Gültigkeit dafür auf Vorschlag des Hasselfelder Ortschaftsrates bis Oktober verlängert, um die Saisonkarte aufzuwerten und deren Schlechtwetter-Risiko zu mindern. So sei die Saisonkarte attraktiver und ihr Geld wert.

"Es geht um den Erhalt des Waldseebades, und darum, es gemeinsam mit aktiven Bürgern zu pflegen und aufzuwerten", argumentiert Schult, "aber das kostet Geld, daher die Preise, sie sind zeitgemäß."