Wernigerode l 33 Veranstaltungen im Jahr - der Fürstliche Marstall in Wernigerode hat sich zu einer beliebten Stätte für Konzerte, Tagungen, Messen und private Feiern gemausert. "Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden", sagt Roman Müller von der Wernigerode Tourismus GmbH (WTG). Eigentümer des Marstalls ist die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft, die das historische Gebäude zur modernen Veranstaltungsstätte umbauen ließ. Seit fast genau zwei Jahren ist die WTG Mieter und hat auch das Veranstaltungsmanagement übernommen.

"Im ersten Jahr haben wir ausprobiert, was technisch möglich ist, welche Angebote bei Besuchern ankommen und welche nicht", sagt Roman Müller. "Wir haben mit 16 Veranstaltungen angefangen, im aktuellen Jahr sind es bereits doppelt so viele." Darunter Konzerte, Kabarettabende, 3-D-Multivisionsshows, Lesungen - "eine gute Mischung", wie Roman Müller sagt.

"Wir haben schon Anfragen bis 2016." - Roman Müller, Tourismus GmbH

Darüber hinaus werde das Gebäude regelmäßig für Hochzeitsfeiern gebucht. "Die Leute schätzen den historischen Charakter des Haus und die Ausstattung mit Beamer, Leinwand, Ton - und Videotechnik", so Müller. Heiß begehrt seien vor allem Termine in den Sommermonaten und an den Wochenenden. "Wir haben schon Anfragen bis 2016." Aber nicht nur für Hochzeitspaare sei der Marstall attraktiv, auch für Dienstleister der Branche. "Unsere erste Hochzeitsmesse im November 2013 war ein riesiger Erfolg", bilanziert der WTG-Vize. "40 Aussteller aus der Region waren vertreten. Der Platz im Gebäude habe nicht ausgereicht, so dass die Ausstellungsfläche mit Zelten erweitert werden musste. "Aufgrund der großen Nachfrage veranstalten wir am Wochenende 8./9. November eine zweite Hochzeitsmesse."

Dank einer Rahmenvereinbarung ist das Philharmonische Kammerorchester regelmäßiger zu Gast im Marstall. Zudem dient das Gebäude während der Schlossfestspiele im August als Ausweichstätte bei schlechtem Wetter. "Das wird auch in Zukunft so bleiben", sagt Müller. So werde den Besuchern auch bei Regen gute Qualität geboten.

Die Menge an Veranstaltungen pro Jahr soll nicht weiter gesteigert werden. "Mit 33 Buchungen haben wir die Obergrenze erreicht", so Müller. Die Saison im Marstall beginne Mitte März und ende Mitte November. "In den Wintermonaten können wir das Gebäude nicht nutzen." Der KiK- Saal im HKK-Hotel sei deshalb gerade in der kalten Jahreszeit eine gute Ergänzung. Beide Veranstaltungsstätten würden nicht in Konkurrenz zueinander stehen. "Das KiK ist schon allein durch das Hotel selbst gut belegt", sagt Roman Müller. "Und wir brauchen den Saal wegen seiner Größe mit 700 Plätzen."

Trotz der guten Bilanz schreibe die WTG mit dem Marstall keine schwarzen Zahlen. Durch Buchungen für Privatfeiern könne das Minus zwar ein wenig ausgeglichen werden. "Aber machen wir uns nichts vor: Kultur kostet Geld." Selbst bei ausverkauften Haus, könnte die Tourismus GmbH die Kosten nicht decken. "Und das wird auch so bleiben."