Wernigerode l Mehr als 100 Meter ist sie lang. Vom Parkhaus aus soll sie zukünftig Passanten über die Bode nach Schierke führen - die neue Fußgängerbrücke. Am Dienstag Morgen warteten die Arbeiter auf der Baustelle allerdings vergeblich auf die Lieferung der ersten zwei Brückenteile. Zwei Kräne sollten die tonnenschweren Elemente auf die Pfeiler setzen. Stattdessen sorgten die beiden Stahlkolosse an der B 6-Abfahrt Wernigerode Nord-West stundenlang für Behinderungen.

Der Schwerlasttransport habe eine Durchfahrtsgenehmigung für die Nachtstunden gehabt, informierte Andreas Meling, Sprecher der Wernigeröder Stadtverwaltung. Von der B 6 sollten die Fahrzeuge die Stadt über die Ilsenburger Straße und die Friedrichstraße passieren. "Wir haben eigentlich damit gerechnet, dass die Laster am frühen Morgen durch Wernigerode und dann weiter in Richtung Schierke rollen."

Doch bei der Anfahrt aus Espenhain bei Leipzig, wo die Bauteile gefertigt wurden, habe eines der Fahrzeuge eine Panne gehabt, erklärte Bauüberwacher Steffen Hartmann auf Volksstimme-Nachfrage. Deshalb sei die Kolonne erst gegen 5.30 Uhr und mit rund drei Stunden Verspätung in Wernigerode angekommen.

"Die Polizisten, die die Absicherung des Transports ab der B 6-Abfahrt übernehmen sollten, waren da zeitlich nicht mehr verfügbar", so Hartmann. Zudem sei die zeitlich befristete Durchfahrgenehmigung da schon abgelaufen gewesen.

Das Problem: Der Schwerlasttransport dürfe die Stadt nur mit Polizeieskorte passieren, erklärte Verwaltungssprecher Meling. Aufgrund ihres Wenderadius` müssten die Laster in der Mitte der Straße fahren. Die Polizei müsse den Verkehr regeln. "Das ist tagsüber wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens schwierig."

Den Lkw-Fahrern blieb also nichts weiter übrig, als zu warten. Zunächst. "Später hat die Leitstelle in Halle kurzfristig eine Tagfahrgenehmigung erteilt", sagt Hartmann. Nachdem die Polizei die Streckenführung durch Wernigerode geprüft hatte, durften die Schwerlaster die Stadt schließlich mit Eskorte passieren.

Die beiden bis zu 30 Meter langen Bauteile seien inzwischen auf der Baustelle am Schierker Parkhaus angekommen, bestätigte Bauüberwacher Steffen Hartmann am gestrigen Nachmittag. Bereits am Donnerstag werden zwei weitere große Brückenteile erwartet, dann hoffentlich ohne Verzögerung.

Das Parkhaus mit 715 Stellflächen samt Plaza und Fußgängerbrücke wird für fast 13 Millionen Euro am Ortsrand von Schierke gebaut. Voraussichtlich ab Ende November sollen Touristenscharen von hier aus zum Wandern, Radfahren oder Skilaufen in die Schierker Umgebung starten können. So sieht es das Entwicklungskonzept für den Wernigeröder Ortsteil vor.

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