Einer der ältesten Chöre im Harz blickt singend auf ein Jubiläum zurück: Seit 145 Jahren hält der Männergesangsverein Trautenstein quasi den guten Ton. Aber vor dem Singen kam einstmals das Rauchen.

Trautenstein l Fast unglaublich, aber wahr: Pfeifenraucher waren es, die sich im 19. Jahrhundert oft im Gasthaus der heute noch bestehenden Pension Druidenstein trafen und anno 1869 plötzlich auf die Idee kamen, nicht nur zu paffen, sondern mal zu singen.

Das gelang gleich so gut, dass daraus eine nun 145-jährige Tradition (siehe Kasten rechts) entstand. Der gesellige Gesang überstand zwei Weltkriege und war auch in der DDR - als Singgemeinschaft - zu hören. Schon 1957 kehrten die singenden Männer zu den alten Namen der beiden Gründerchöre "Eintracht" und "Frohsinn" zurück, bekamen 1961 die Leistungsstufe A durch das Kreiskabinett für Kulturarbeit zuerkannt und gehörten fortan zu den hochklassigen Chören der Region.

Nach 1989 wurde ein Neuanfang gut gemeistert. Dafür stehen ein silbernes Diplom 1998 bei den 3. Wernigeröder Chorfesttagen und die Tatsache, dass der traditionsbewusste Chor 1999 Sänger aus dem niedersächsischen Braunlage aufnahm. Der grenzüberschreitende Chorgesang ist seitdem aus dem Kulturleben der Region nicht mehr wegzudenken. Zum Jubiläumsfest werden am Sonntag ab 15 Uhr viele Gratulanten und Zuhörer im Haus des Gastes erwartet. Mit den Trautensteinern singen Chöre aus Veckenstedt, Badersleben, Hasselfelde und die Heimatgruppe Benneckenstein.