Matthias Mischorr ist 2. Vorsitzender der Bad Bikers Wernigerode. Gemeinsam mit den Radsportfreunden Schierke organisiert der Verein das Mountainbike-Rennen Endurothon in Schierke. Im Volksstimme-Gespräch spricht er über das Ereignis vom 4. bis 6. Juli und den Mountainbike-Sport als Tourismus-Potenzial. Das Interview führte Volontär Jörn Wegner.

Volksstimme: Herr Mischorr, nach der Pause im vergangenen Jahr findet in Schierke wieder ein Endurothon statt. Was ist 2013 geschehen?

Matthias Mischorr: Im vergangenen Jahr musste die Veranstaltung wegen Personalmangels ausfallen. In diesem Jahr organisieren die Bad Bikers Wernigerode und die Radsportfreunde Schierke den Endurothon erstmals gemeinsam.

Was erwartet Sportler und Besucher in diesem Jahr?

Wir haben das Rahmenprogramm erweitert. Wir wollen nicht nur Sportler anlocken, sondern auch Zuschauer. Dabei wird es familienfreundliche Angebote geben. Neu ist das Klappradrennen. Hier gilt es, einen Rundkurs im Kurpark mit einem Klappfahrrad zu bewältigen. Da kommen auch ein paar Höhenmeter zusammen, aber nicht so viele. Außerdem wollen wir eine Live-Übertragung von der Fußball-WM anbieten.

Werden beim "echten" Rennen nur Mountainbike-Profis angesprochen oder richtet sich der Endurothon auch an Freizeitradler?

Wir möchten ganz klar Freizeitsportler erreichen. Es gibt drei Strecken. Von denen lässt sich auch die mittlere noch von allen bewältigen, die ein oder zwei Mal in der Woche aufs Mountainbike steigen. Es starten aber auch Fahrer, die in der Szene einen Namen haben. Die fahren dann allerdings auf der schwersten Strecke. Für 2015 möchten wir sogar noch eine Zusatzstrecke anbieten, für Leute, die vielleicht nur einmal im Monat fahren.

Wie finanzieren Sie die Veranstaltung?

Eine Reihe von Partnern unterstützt uns. Der größte Geldgeber ist McDonald´s, hinzu kommen zahlreiche lokale Unternehmen. Ohne die könnten wir den Endurothon nicht auf die Beine stellen. Außerdem müssen die Sportler eine kleine Startgebühr bezahlen.

"Die Mountainbiker müssen sensibilisiert werden, dass sie auf schmalen Wegen fahren."

Ist der Harz ein gutes Revier für Mountainbiker?

Ja, man muss nicht immer in die Alpen fahren. Wenn ich ein paar Wege kombiniere, komme ich auf dieselben Höhenmeter und Distanzen. Vor allem im Nationalpark sind auch die Wege gut ausgeschildert. Es gibt aber auch Konflikte. Wanderer sehen Mountainbiker als Gefahren an, und es gibt leider Fahrer, die keine Rücksicht auf andere nehmen.

Wie kann man dem entgegentreten?

Ich denke, man kann das nur über die Vernunftebene schaffen. Die Mountainbiker müssen sensibilisiert werden, dass sie auf schmalen Wegen fahren. Da ist der gesunde Menschenverstand gefordert. Ich würde mir aber auch wünschen, dass Wegsperrungen wegfallen. Die Abkürzung der Brockenstraße hinter dem Toilettenhäuschen ist zum Beispiel ein ausreichend breiter Weg, der sehr beliebt ist. Trotzdem gibt es dort ein Verbotsschild für Fahrräder. Im oberen Teil des Höllenstiegs oder auf Teilen des Eckerlochstiegs müssen Mountainbiker ohnehin öfters absteigen.

Sind Mountainbiker eine Chance für den Tourismus?

Auf jeden Fall. In Ilsenburg hat sich zum Beispiel jemand mit geführten Mountainbike-Touren selbständig gemacht und kann davon auch leben. Ich sehe da ein großes Potenzial für den Tourismus, aber es gibt noch einiges zu tun.

"Viele Pensions- und Hotelbetreiber haben den Trend noch nicht erkannt."

Was zum Beispiel?

Das Wegenetz ausbauen. Die Ausschilderung muss sich verbessern, so dass man auch mal ohne Karte oder GPS fahren kann. Die Volksbank-Arena Harz, ein Netz aus Mountainbike-Routen, ist beispielhaft. Auch viele Hotel- und Pensions-Betreiber haben den Trend noch nicht erkannt. Wenn Mountainbiker längere Touren fahren, suchen sie auch Unterkünfte. Es gibt aber keine systematische Linie fahrradfreundlicher Pensionen und Hotels, zum Beispiel Unterkünfte mit Garagen. Hinzu kommt die lange Fahrzeit mit den Zügen aus den Städten in den Harz.

Naturschutzverbände kritisieren Mountainbiker ebenfalls. Ist das gerechtfertigt?

Sie befürchten Wegverbreiterungen und Schäden. Aber ich denke, es ist eine Frage der Menge. So viele Mountainbiker gibt es bei uns nicht. Sehr viele Wanderer richten auch Schäden an. Wir haben uns zum Beispiel bewusst dafür entschieden, die Wege des Endurothons nicht im Vorfeld zu markieren, damit die Teilnehmer nicht vorher auf der Strecke trainieren können und dann tatsächlich Schäden anrichten.