Mit gediegenem Gesang vor vollem Haus hat der Männergesangsverein Trautenstein Geburtstag gefeiert. Einer der Gratulanten rechnet den Nutzen des Singens über 145 Jahre in Geld um: Es wären mehr als drei Millionen Euro.

Trautenstein l Ein ausgestopfter Rabe hat von Anfang an unübersehbar am Rednerpult auf der Festbühne geprangt, als sich das Dorfgemeinschaftshaus zum Sangesfest bis fast auf den letzten Platz füllte.

Der Trautensteiner Chor feierte sein 145-jähriges Bestehen, und der Vogel am Pult hatte seinen Sinn. Heißen doch die Trautensteiner von Alters her mit Spitznamen "de Raben", weil sie ihre kleinen schwarzen Frühstückstöpfe bei der Arbeit im Wald so ins Feuer stellten, dass sie wie Raben aussahen. Gekrächzt hat beim Fest aber niemand. Im Gegenteil.

Mit gediegenem Gesang eröffnete der Gastgeberchor das Fest. Und auch die Gastchöre aus Veckenstedt, Badersleben, Hasselfelde und Benneckenstein sorgten für einen harmonischen Klang. Die Frauen des Vereins deckten eine große Kaffeetafel.

Trautensteins Chorsprecher Ulrich Kallenbach zog ein kurzes Resümee über die 145 Jahre und bekannte sich einmal mehr zur Pflege des deutschen Liedgutes, dem der Chor verpflichtet war, ist und bleiben wird.

Gemeinsam mit Vereinschef Wolfgang Rieche ehrte Kallenbach die künstlerische Leiterin, Natalie Linker, erwähnte aber auch die Verdienste Gottfried Köhlers aus Hasselfelde, der als künstlerischer Leiter von 1987 bis 2012 den Chor entscheidend mit geprägt habe.

Geehrt vor vollem Saal wurde Hermann Hohmann. Der 83-jährige Trautensteiner ist seit 65 Jahren Mitglied im Chor und sang 57 Jahre mit.

Gratuliert wurde dem Männergesangsverein "Eintracht/Frohsinn" von zahlreichen Vereinen und Bürgern. Oberharz-Bürgermeister Frank Damsch - selbst Sänger - würdigte den Beitrag des Männerchores für Harmonie und Freude bei vielen Menschen. Das sei eine Leistung, die nicht mit Geld zu bezahlen sei, betonte er.

Dennoch rechnete der Vorsitzende des Sängerkreises Nordost-Harz, Eckhardt Heindl, einmal vor, welchen "gesellschaftlichen Wert" in Geld ausgedrückt die Sänger geleistet hätten. Heindl berechnete eine Sangesstunde mit 10 Euro, 100 Stunden im Jahr sind 1000 Euro pro Sänger und Jahr. Bei 22 Sängern - oft waren es viel mehr - und 145 Jahren kam er auf einen Nutzen von insgesamt 3190000 Euro. Die Gäste applaudierten und ein Raunen ging durch den Saal.

   

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