Neuwerk hat wieder einen intakten Ortszugang. Die neue Bodebrücke ist 26 Meter lang, kostete 1,2 Millionen Euro und soll nun mindestens zwei Generationen lang halten.

Neuwerk l Eigentlich hätten die Neuwerker auch gleich durchfeiern können. Die letzten Nachwirkungen des 130. Grasedanzes am Wochenende saßen manchen am Montagmorgen noch in den Knochen. Dennoch marschierte ein Teil des Spielmannszuges tapfer auf, gesellten sich Kiepenfrauen hinzu, hatten einige Schüler für den Auftritt sogar extra schulfrei bekommen.

So wurde die Schar offizieller Gäste mit zünftigen Klängen begrüßt. Sie überraschten und erfreuten Thomas Webel, Minister für Landesentwicklung und Verkehr. Der CDU-Mann gab sich als Liebhaber von Spielmannszug-Musik zu erkennen und marschierte im Mini-Umzug mit. Einmal hin und her über die neue Brücke.

Die war zuvor mit den traditionellen Scherenschnitten symbolisch freigegeben worden. Befahrbar ist der 26 Meter lange Bogen über die Bode schon länger. Die schlanke Konstruktion ersetzt den marode gewordenen Vorgängerbau aus dem Jahre 1935. Der war verschlissen und entsprach den Sicherheitsanforderungen nicht mehr, so dass "man schon mit einem mulmigen Gefühl darüber ging", so Webel mit Blick auf seinen Besuch vor etwa zwei Jahren. Die Brücke ist der Anschluss Neuwerks an die Außenwelt und die einzige Zufahrt für die Bewohner.

Rund 1,2 Millionen Euro wurden in den Anfang 2013 begonnen Bau investiert. Das Land steuerte allein 690 000 Euro bei. Die Fahrbahn wurde etwas schmaler, was für die Verkehrsdichte in Neuwerk aber ausreiche, so Webel. Ein akkurater Fußweg kam hinzu.

Halten soll das neue Bauwerk nun mindestens so lange, bis der kleine Leo Görzen vom Spielmannszug selber Enkel hätte, erklärte Webel. Der Vierjährige Leo durfte das berühmte Band mit zerschneiden.

Oberharzbürgermeister Frank Damsch (SPD) lobte den erfolgreichen Bau und auch die enge Zusammenarbeit zwischen Oberharzverwaltung und Verkehrsministerium bei diesem und anderen für die Stadt wichtigen Projekten, die ohne unkomplizierte, kräftige Unterstützung des Landes nicht zu bewältigen wären.

Gemeint ist der Ausbau der Kreuzung in Rübeland/Mitte und der lange anstehende Neubau einer Straße nach Rübeland/Susenburg. Dorthin ist die Zufahrt durch Erd- und Felsrutsche bereits eingeschränkt und gilt als gefährdet.

 

Bilder