Vier tolle Tage liegen hinter den Silstedtern. Im Wernigeröder Ortsteil wurde Schützenfest gefeiert. Besonders aufregend war das Fest für Franz Werner und Pascal Schrader. Sie präsentierten als Fähnriche den traditionellen Fahnentanz.

Silstedt l Großer Auftritt für Franz Werner und Pascal Schrader. Die beiden 17- und 18-Jährigen präsentierten beim Silstedter Schützenfest den Fahnentanz. "Sie haben sich im letzten Jahr beim Hirschschießen dafür qualifiziert", erklärt Burkhardt Flemming, Vize-Chef der Silstedter Schützengesellschaft. Antreten dürfen bei diesem Wettbewerb nur Männer, die unverheiratet und ungedient sind. So will es die Tradition.

Wann genau der allererste Fahnentanz in Silstedt aufgeführt wurde, weiß im Verein niemand zu sagen. "Darüber gibt es keinerlei Aufzeichnungen", so Inge Schrader, die sich mit der Geschichte der Schützen befasst hat. Stolz sind die Silstedter auf ihre fast einzigartige Tradition. "Irgendwo in Mecklenburg soll es etwas Ähnliches geben", sagt Flemming, "aber sonst nirgends."

Zwei Tänze mit der "Fahne als Braut" mussten die jungen Männer einstudieren. Seit Mai haben sie dafür geprobt. Keine leichte Aufgabe, denn für die Tänze ist nicht nur Taktgefühl, sondern vor allem Kraft gefragt. Die Vereinsfahnen sind nämlich schwer. Getanzt werden eine Polka und ein Walzer. Auch die gespielten Musikstücke haben Tradition.

Dabei sei es dem Zufall zu verdanken, dass die Noten dafür überhaupt noch existieren. "Sie waren nach dem Zweiten Weltkrieg verschwunden", berichtet Inge Schrader. Glücklicherweise habe die Tochter des Derenburger Orchesterleiters die Noten vorsorglich vorher abgeschrieben.

Mehrfach führten Franz Werner und Pascal Schrader ihre Tänze auf. Zu Beginn des großen Schützenumzuges vor dem Museumshof "Ernst Koch", und dann noch einmal zum Abschluss. Die beiden bewältigten ihre Aufgabe mit Bravour, waren sich viele ihrer Mitstreiter einig.

Und warum tanzen die Sil-stedter Schützen mit Fahnen? Auch das sei nicht überliefert, sagt Inge Schrader. "Vielleicht aus Freude darüber, dass ihnen König Friedrich 1777 höchstpersönlich erlaubt hatte, wieder Schützenfeste zu feiern." Der Wernigeröder Graf hatte es ihnen nämlich zuvor verboten.

Die Freude daran ist den derzeit 140Mitgliedern erhalten geblieben. So wurde auch das aktuelle Schützenfest zu einem Erfolg, wie Vereinsvize Flemming bilanziert. "Wir hatten viel Spaß, auch das Wetter hat mitgespielt." Vier tolle Tage liegen hinter den Schützen. Höhepunkte waren neben den Umzügen und den Wettbewerben das Kinderfest, der Festtanz im Schützensaal sowie das Live-Konzert von "Sunbeat". Für musikalische Unterhaltung sorgten das Blasorchester Langeln und der Silstedter Spielmannszug.

Die Preisträger: Würfelkönigin Lucy Kranz, Pusterohrkönig Vincent Eichstedt, Luftgewehr Julia Diekmann, und Niklas Schmidt, Schützenkönig Ronald Schneevoigt, Schützenmeister René Papendieck. Die Fähnriche für das nächste Jahr werden am kommenden Sonntag ausgeschossen.