Zu einer Extra-Spritztour mit Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) ist die Feuerwehr Elbingerode ausgerückt. Sie demonstriert ihr Können, arbeitet mit Deutschlands ältester Drehleiter und zeigt Probleme auf. Das Gespräch soll demnächst in Magdeburg fortgesetzt werden.

Elbingerode (gbr/bfa) l Wie löschen Profis spezielle Brände etwa von Kohlenstaub oder auch lichterloh in Flammen stehende Holzstapel am wirksamsten? Mit Schaum und anderen Löschmitteln sowie mit streng diszipliniertem Einsatz.

Dass jedenfalls demonstrierten Kameraden der Feuerwehr "Paul Selke" Elbingerode auf einem Freigelände am Stadtrand. Dabei hatten die Männer um Ortswehrleiter Volker Deicke sowie Stellvertreter Ronald Danker am Montagabend hatten einen besonderen Gast: Innenminister Holger Stahlknecht (CDU). Der war gleich mit ausgerückt und zeigte sich begeistert von der Wirksamkeit der angewandten Löschmethoden. Zuvor dürfte der oberste Dienstherr der Feuerwehren nicht ganz so begeistert gewesen sein.

Denn davor war der Minister einer Einladung der Kameraden gefolgt und hatte sich mit der Wehr an einen Tisch gesetzt. Dazu kamen auch Stadtbürgermeister Frank Damsch (SPD), Ortsbürgermeister Rudolf Beutner (CDU), Ordnungsamtsleiter Roland Krebs und die CDU-Landtagsabgeordnete Angela Gorr. Gemeinsam wurden nicht nur die Leistungen der Wehr zur Sprache gebracht, sondern vor allem auch Probleme. Das größte ist baulicher Natur.

Demnach entspricht das Feuerwehrgerätehaus in Elbingerode längst nicht mehr den Anforderungen an eine so wichtige Löschbrigade. Es ist zu klein, zu eng, sei keine ordentliche Basis für Einsätze, hieß es. Das könne so nicht bleiben, meinte auch der Minister, gab aber keine Versprechungen auf schnelle Abhilfe ab.

Wie zu erfahren war, ist das Areal für das neue Gerätehaus im Elbingeröder Gewerbegebiet bereits gekauft, aber es fehlt an Geld, um es zu bauen. Nicht von heute auf morgen zu verbessern ist auch die Situation in Sachen Drehleiter, bei der die Elbingeröder Brandlöscher sogar Rekordhalter sind: Ihre 45 Jahre alte Drehleiter ist die älteste im regulären Betrieb befindliche Technik in Sachsen-Anhalt, wenn nicht gar in ganz Deutschland, wurde betont. Auch das nahm der Minister zur Kenntnis.

"Es war ein konstruktives Gespräch, Herr Stahlknecht hat sich viel Zeit genommen, um die Belange der Elbingeröder Feuerwehr kennenzulernen", resümierte Ordnungsamtschef Krebs die Zusammenkunft. Angela Gorr sagte bei dem Treff zu, sich im Landtag für die Belange der Elbingeröder Wehr einzusetzen. Holger Stahlknecht lud die Oberharzstädter zur Fortsetzung des Gesprächs nach Magdeburg ein.

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