Tolle Überraschung für Fußballfans: Das Finale wird am Sonntag auf einer Großleinwand auf dem Marktplatz gezeigt. Die Gastronomen Michael Wiecker und Christian Wieland glauben fest daran, dass Deutschland die WM gewinnen kann und wollen beim Public Viewing gemeinsam mit den Wernigerödern die Löw-Elf anfeuern.

Wernigerode l Der Marktplatz im schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer, Fanchöre, die die deutsche Nationalmannschaft anfeuern - und das alles vor der Kulisse des Rathauses: Das Sommermärchen könnte am Sonntag für die Wernigeröder doch noch wahr werden. Michael Wiecker vom Café am Markt und Christian Wieland vom Hotel "Weißer Hirsch" haben spontan zum Finale ein Public Viewing organisiert.

Es ist die Überraschung der Woche: "Falls Deutschland den Sprung ins Finale schafft, wird es ein Public Viewing auf dem Marktplatz geben." Das hatte Wiecker am Dienstag am Volksstimme-Lesertelefon angekündigt. Die Idee zu der Fanparty im Herzen Wernigerodes hatte Christian Wieland erst am Montag gehabt.

"Nachdem wir Frankreich geschlagen hatten, wusste ich, dass wir gute Chance haben, Weltmeister zu werden", sagt der Hotelier im Volksstimme-Gespräch. "Am Dienstag habe ich gleich die Angebote für die Technik eingeholt."

Dass überhaupt noch Leinwände verfügbar waren, habe Michael Wiecker überrascht. "Das war eine der Voraussetzungen für das Public Viewing - neben der Erlaubnis der Stadtverwaltung, dass wir den Marktplatz nutzen dürfen", so der Konditormeister.

Die Genehmigung für das gemeinschaftliche Mitfiebern habe Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) noch am Dienstag erteilt. Wiecker glaubt, dass das Finale am Sonntag in die Geschichte eingehen könnte. "Die Mannschaft spielt seit sechs Jahren zusammen, und nun haben wir die einmalige Gelegenheit, Weltmeister zu werden." Diesen historischen Moment wolle er unbedingt gemeinsam mit den Wernigerödern in der guten Stube der Stadt feiern. "Der Nico ist zwar einen Hauch größer, aber das Finale gehört auf den Marktplatz", sagt auch Christian Wieland. Ab 18 Uhr können sich Fußballfans dort am Sonntag auf das Spiel einstimmen, bevor es um 21 Uhr angepfiffen wird.

"Eine Einzelveranstaltung ist zu stemmen", sagt Wiecker. "Ein Public Viewing über die gesamte WM hätte sich aber nicht finanzieren lassen." Noch kurz vor dem WM-Start hatten die Gastronomen wegen der gestiegenen Kosten für die Technik und der erhöhten Gema-Gebühren daran gezweifelt, dass es jemals wieder ein öffentliches Fußballschauen in Wernigerode geben könnte. Reich werden könnten die beiden Unternehmer an der Veranstaltung nicht. "Wer das denkt, der soll bei der Organisation helfen", sagt Wieland. 3500 Euro kostet laut Wiecker allein die 20 Quadratmeter große LED-Leinwand. Zusätzlich fallen Gema-Gebühren an. Die Stadtverwaltung beteiligt sich nicht an den Kosten. Gemeinsam hatten Wiecker und Wieland 2006, 2008 und 2010 mehr als 20Public Viewings auf dem Nico und auf dem Markt organisiert.