Verwildert präsentiert sich derzeit der Verkehrsgarten im Wernigeröder Stadtfeld. Das Gelände ist den Anwohnern ein Dorn im Auge. Harzer Volksstimme fragte bei Verwaltung und Internationalem Bund nach, die für das Gelände verantwortlich sind.

Wernigerode l Mit großem Tamtam ist er vor fast genau einem Jahr eingeweiht worden - der Verkehrsgarten im Wernige-röder Wohngebiet Stadtfeld.

Inzwischen sieht der Platz gar nicht mehr einladend aus. Die Schotterflächen an der Theodor-Fontane-Straße sind überwuchert. Auf den Grünflächen ringsherum steht das Unkraut fast einen Meter hoch. Die rot-weiße Barke am Eingang wirkt abschreckend.

Vielen Anwohnern ist der Übungsplatz ein Dorn im Auge. Nicht nur bei der Volksstimme, sondern auch beim Quartiersmanagement und bei der Stadtverwaltung beschwerten sie sich. "Der Verkehrsgarten ist völlig verwildert", so eine Volksstimme-Leserin. "Und Kinder mit Fahrrädern sieht man dort so gut wie nie."

Verantwortlich für das Gelände sind die Stadtverwaltung und der Internationale Bund (IB). "Es gibt eine Vereinbarung", sagt Sozialamtsleiterin Petra Fietz. "Der IB kümmert sich um das Organisatorische, und die Stadt stellt das Gelände zur Verfügung." Vor einigen Tagen hätten Verwaltungsmitarbeiter den Platz inspiziert. "Wir sind überein gekommen, dass Eingang und Wege gesäubert werden müssen. Der IB wird uns dabei unterstützen."

Die Grünflächen würden auf den ersten Blick tatsächlich verwildert aussehen. "Das ist aber so gewollt", so Petra Fietz. "Wir haben dort im vergangenen Jahr Wildblumen ausgesät." Die Gräser und Kräuter dürften nur einmal im Jahr, nachdem sie sich selbst versamt haben, gemäht werden. Und das sei im Spätsommer. Wildblumen hätten den Vorteil, dass sie nicht gegossen werden müssen. "So sparen wir Wasser und den Pflegeaufwand", sagt die Sozialamtschefin. Viele Kommunen würden diesen Weg in Zeiten von Klimawandel und Ressourcenknappheit inzwischen gehen. "Und momentan blüht es rund um den Verkehrsgarten doch wirklich wunderschön."

Neben der farbenprächtige Vegetation soll nun auch verstärkt durch Projekte wieder Leben auf dem Übungsplatz einziehen. "Vor wenigen Wochen haben wir einen Mitarbeiter für den Verkehrsgarten eingestellt", informiert Nicole Schulze vom Internationalen Bund. "Jeden Mittwoch von 15bis 18Uhr wird er die Verkehrsschilder aufstellen und die Mädchen und Jungen anleiten - auch in den Sommerferien." Je nach dem, wie hoch die Nachfrage ist, könnte das Angebot erweitert werden. "Auch an allen anderen Tagen steht das Gelände für Kinder mit ihren Eltern offen", so Nicole Schulze. Darüber hinaus sei der Verkehrsgarten schon einige Male von Grundschulen für Verkehrsprojekte wie zum Beispiel Fahrradprüfungen genutzt worden. "Bei Interesse können sich Kindergärten und Schulen gern an uns wenden." Wer alte Kinderräder und Roller abzugeben hätte, könne den IB ebenfalls kontaktieren.

Rückblick: Die Idee für den Verkehrsübungsplatz wurde vor Jahren im Heureka-Bildungswerk entwickelt. Mitarbeiter des Teutloff-Bildungszentrums griffen den Vorschlag später auf und setzen ihn mit Unterstützung der Kommunalen Beschäftigungsagentur um. Mehrere Langzeitarbeitslose bauten die Bänke und Außenanlagen in Handarbeit.

Anlässlich des Stadtfeld-Kinderfestes am heutigen Freitag ist der Verkehrsgarten geöffnet. Das Fest findet von 15bis 18Uhr auf dem benachbarten Skaterplatz statt.

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