Alle Wege führen am Wochenende nach Wernigerode zum Sachsen-Anhalt-Tag - zumindest fast. Denn während mit der Bahn auch Gäste aus der Ferne gut ankommen, schauen Besucher aus einigen Nachbarorten in die Röhre.

Wernigerode l Ilka Mollenhauer freut sich auf den Sachsen-Anhalt-Tag. Am Sonnabend würde die Elbingeröderin gern lange beim Fest bleiben, doch fahrplanmäßig starten die letzten Busse in Richtung Oberharz bereits am frühen Abend. Wie ihr ergeht es vielen Volksstimme-Lesern, die sich ratsuchend an die Redaktion gewandt haben. Sie befürchten, das Fest nicht besuchen zu können, weil es die Fahrzeiten des öffentlichen Nahverkehrs nicht ermöglichen.

Für Gäste aus Elbingerode und Schierke gibt es gute Nachrichten von den Mitarbeitern der Harzer Verkehrsbetriebe (HVB). "Wir bieten am Sonnabend und am Freitag Sonderfahrten um 23 Uhr an", kündigt Geschäftsführer Björn Smith auf Volksstimme-Nachfrage an. Startpunkt ist am Busbahnhof. Von dort aus geht es über Westerntor und Mühlental nach Elbingerode, Elend und Schierke.

Ansonsten verlaufe der Linienverkehr im Harzkreis wie gewohnt. "Weitere Sonderfahrten sind leider nicht möglich", sagt Klaus-Dieter Borsch, HVB-Betriebsleiter in Wernigerode. Ein Grund sei, dass sich nur schwer abschätzen lässt, wo und wann Busse gebraucht würden. "Personell und von den Fahrzeugen her geben unsere Kapazitäten nichts mehr her", so Borsch. Björn Smith ergänzt: "Alles, was fahren kann, ist im Einsatz, um neben dem Linienverkehr den Shuttle-Service zu gewährleisten".

Mehr als 20 zusätzliche Fahrer pendeln für das "Park and Ride"-Angebot zwischen den ausgewiesenen Großparkplätzen in die Innenstadt. "Mitarbeiter, die normalerweise im HVB-Büro oder in der Werkstatt tätig sind und einen Personenbeförderungsschein besitzen, sind für den Sachsen-Anhalt-Tag im Einsatz", sagt der HVB-Chef. "Sie übernehmen die Aufgabe freiwillig und freuen sich, etwas zu diesem besonderen Ereignis beitragen zu können."

Denjenigen, die lieber mit dem eigenen Auto zum Landesfest fahren wollen oder die wegen fehlender Nahverkehrsangebote nicht anders können, legen die HVB-Planer ans Herz, Fahrgemeinschaften zu bilden. Besuchern aus Halberstadt, Blankenburg und Thale wird die Anreise mit dem Zug empfohlen. Wer mit dem Auto in Wernigerodes Innenstadt muss, braucht dazu eine Sondergenehmigung. Rund 5000Vignetten für Durchfahrt und Parken hat die Stadtverwaltung bisher ausgegeben.

"Es wird schwierig, jetzt noch eine Genehmigung zu erhalten", sagt Ordnungsdezernent Volker Friedrich. Die Parkplätze für Anwohner seien inzwischen voll belegt. Die Vignetten - obwohl bereits einmal nachbestellt - gehen zur Neige. Die Mitarbeiter im Ordnungsamt hätten alle Hände voll zu tun, die eingegangenen Anträge zu bearbeiten. In den vergangenen Tagen verzeichnete die Verwaltung einen Ansturm von ratsuchenden Bürgern, wie Organisator Andreas Heinrich sagt. "Irgendwann lässt sich das aber nicht mehr abarbeiten", so Friedrich.

Infos zu den Großparkplätzen, Haltestellen und Fahrzeiten unter www.wernigerode.de und www.hvb-harz.de.