Wernigerode l Zum Sachsen-Anhalt-Tag sind Wernigerodes Grünflächen gemäht und heufrei. Das hat Gartenamtsleiter Frank Schmidt versprochen. In den vergangenen Wochen hatten sich viele Wernige}röder über das hohe Gras in den Parkanlagen beschwert (wir berichteten). Schuld an der Misere war ein Dessauer Unternehmen, das mit der Pflege von 35 Hektar Grünfläche beauftragt und überfordert war.

"Wir haben die Arbeiten schnell und direkt an andere Firmen vergeben", sagt Frank Schmidt. Das bedeutet, dass Aufträge zur Grünflächenpflege ohne den Umweg der Ausschreibung an Unternehmen vergeben wurden, um das teils meterhohe Gras schnellstmöglich zu mähen. Das Gras blieb jedoch vorerst liegen und wurde in der Sonne zu Heu.

Die Gartenpflegefirma in Dessau - tatsächlich ein Hausmeisterservice, wie aus der Stadtverwaltung zu erfahren war - habe mittlerweile auf die Kontaktversuche der Stadtverwaltung reagiert, teilt Hauptamtsleiter Rüdiger Dorff auf Volksstimme-Nachfrage mit. "Entschuldigt haben sie sich nicht", so Dorff. Stattdessen haben die Dessauer regnerisches Wetter als Grund für den Ausfall angeführt. "Unsere Mitarbeiter und die der jetzt beauftragten Firmen haben aber auch bei Regenwetter gearbeitet", sagt Dorff. Die Stadt habe nun das Unternehmen aufgefordert, die Schlussrechnung aufzustellen. Sollten die Forderungen nach Ansicht der Stadtverwaltung überhöht sein, behalte man sich rechtliche Schritte vor. Gerechtfertigt sei eine deutlich geminderte Rechnung, so Dorff. "Von den vereinbarten vier Schnitten haben sie gerade einen geschafft, und diesen unserer Meinung nach auch noch mangelhaft", sagt der Hauptamtsleiter.

Eventuelle finanzielle Schäden könne Dorff noch nicht beziffern. Einerseits sei das Mähen von hohem Gras aufwendiger und damit teurer, andererseits sei durch den Ausfall der Dessauer insgesamt seltener gemäht worden, so Dorff. Sollte der Stadt aber ein finanzieller Schaden entstehen, so wolle er versuchen, das Geld von dem Dessauer Hausmeister-Service zurückzufordern, sagt der Hauptamtsleiter.

Laut Gartenamtsleiter Frank Schmidt könne man jetzt nur noch "in bestimmten Winkeln in den Wohngebieten" kleinere ungepflegte Flächen finden, sonst seien die Grünflächen wieder in Ordnung gebracht. Das feuchte und warme Wetter habe dem Gartenamt zusätzlich Schwierigkeiten bereitet. "Statt der geplanten fünf Schnitte bräuchten wir in diesem Jahr acht bis neun", sagt Frank Schmidt.

 

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