Sachsen-Anhalts Tourismuswirtschaft geht optimistisch in den Sommer, erklärt die Magdeburger Industrie- und Handelskammer. Die Volksstimme hat bei den Tourismusexpertinnen in Halberstadt und Wernigerode nachgefragt: Wie sieht`s hier aus?

Von Tom Koch

Halberstadt/Wernigerode l Hier der ausgefallene Winter unterm Brocken, da das Abwarten auf den Herbst als die stärksten Monate im Kultur- und Städtetourismus. Wie entwickelt sich das Tourismusjahr 2014 in der Region? Wernigerode und Halberstadt müssen ein Minus bei den Übernachtungszahlen aus den ersten drei Monaten verkraften, die Volksstimme-Nachfragen in Thale und Quedlinburg blieben unbeantwortet.

Wernigerodes Tourismus-chefin Erdmute Clemens: "In Schierke fehlte eindeutig der Winter." Für fehlenden Schnee und Eis gab`s die Quittung: Fast neun Prozent Minus bei den Übernachtungszahlen gegenüber 2013. Schönes April-Wetter plus ein später Ostertermin sorgten für eine Kehrtwende. Unterm Strich gibt es im Brockenort per April ein Plus von annähernd drei Prozent.

In Wernigerode zum gleichen Stichtag hingegen einen 1,6-prozentigen Rückgang auf 213000Übernachtungen. Ein Grund dafür sei, dass in der Stadt im ersten Quartal 250Betten wegen Renovierungen weniger zur Verfügung gestanden hätten. "Wir sind schwierig gestartet", schätzt Erdmute Clemens ein.

"Mai und Juni werden in Halberstadt das Minus ausgleichen", blickt Christiane Strohschneider voraus. Bis April, aktuellere Daten liegen aus dem Statistik-Landesamt nicht vor, hatte sich das Übernachtungsminus (in Häusern mit mehr als zehn Betten) auf 2,3Prozent summiert. Für den Herbst gibt es bereits "eine gute Buchungssituation", informiert die Leiterin der Halberstadt-Information: "Grundsätzlich gilt für Halberstadt, erst nach dem Oktober wissen wir, wo wir touristisch ankommen."

Zur Situation in der Hotellerie und Gastronomie in der Domstadt berichtet die Tourismusexpertin: "Die schätze ich gut ein. Probleme oder gar Negativmeldungen liegen uns nicht vor."

Beide Industrie- und Handelskammern in Land haben in dieser Woche erklärt, das die touristischen Unternehmen in guter Verfassung seien. "In den ersten Monaten 2014 konnten alle Reiseregionen die Verluste im Gästeaufkommen des vergangenen Jahres wieder ausgleichen", teilte IHK-Sprecher Torsten Scheer mit.

Firmen aus dem Beherbergungsgewerbe erwarteten zu 36Prozent eine positive Geschäftsentwicklung im Sommer. In der Gastronomiebranche wird dabei ein Wert von 30Prozent erreicht. Gleichzeitig, so der IHK-Sprecher, sinken die Negativerwartungen von 18auf 12Prozent (Gastgewerbe) und von 32auf 21Prozent (Gastronomie). Gebremst werde diese Einschätzung durch den zunehmenden Kostendruck, heißt es weiter.

Hohe Energiepreise, steigende Ausgaben für Lebensmittel und Rohstoffe und steigende Arbeitskosten hätten zur Folge, das die Investitionsneigung in der Tourismusbranche erstmals seit 2012 wieder rückläufig sei und zudem keine Neueinstellungen geplant seien. Mit 51Prozent hat zudem mehr als jedes zweite Unternehmen erklärt, dass der Fachkräftemangel in der Branche zunehmend als Risiko für den eigenen Betrieb angesehen werde.

Die ausführlichen Ergebnisse der Branchenumfrage unter www.magdeburg.ihk.de

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