Neuzugang im Wildpark "Christianental": Ein zweijähriger Luchskater leistet seit einigen Tagen "Finnja" Gesellschaft. Nach dem Tod von Wildpark-Liebling "Lucas" wird er die Herzen der Besucher erobern. Die Harzer Volksstimme sucht für den jungen Luchs nun einen Namen.

Wernigerode l Aufmerksamer Blick, die Pinselohren sind aufgerichtet. Geschmeidig streift der Luchs durch sein neues Gehege. "Unsere `Finnja` hat seit einigen Tagen einen neuen Gefährten", sagt Frank Lüddecke von Wildpark Christianental.

Am 7. Juli sei der zwei Jahre alte Luchskater angekommen. "Er lebte vorher in der Fasanerie Wiesbaden - einem Heimattiergarten." Die noch namenlose Raubkatze sei kastriert, gechipt und geimpft und habe sich inzwischen in ihrem neuen Domizil eingelebt. "Luchse sind in der freien Natur zwar Einzelgänger, aber er ist in Wiesbaden ja unter seinen Artgenossen aufgewachsen, ist also die Gesellschaft von anderen Luchsen und Besuchern gewöhnt", so Lüddecke.

Nach seiner Ankunft schritt das Tier erst einmal durch sein Gehege und beobachtete seine Nachbarn - die Hirsche. Etwas zögerlich habe sich der junge Luchs bei seiner ersten Fütterung verhalten. "Wir haben ihm eine Wildkeule angeboten. Die mochte er nicht. Das Kaninchen danach hat er aber dankend angenommen." Besonders gespannt waren die Wildparkmitarbeiter, ob sich der Luchs mit der achtjährigen "Finnja" verträgt. "Am Anfang haben sie sich scharf beäugt", erinnert sich Frank Lüddecke. Kurz darauf hätten sich die Tiere beschnuppert und angefreundet.

"Finnja" lebte einige Wochen allein in ihrem Gehege, nachdem ihr langjähriger Gefährte "Lucas" Anfang Juni an Altersschwäche gestorben war. Nicht nur Frank Lüddecke und seine Kollegen, auch viele Besucher waren traurig über den Tod der Wildkatze. "Lucas" war einer der Besucher-Lieblinge im Christianental, konnte sich vor Tierpaten kaum retten. Anfang 2011 kam er als Findelkind in die Obhut der Tierpfleger. Viele Wernigeröder erinnern sich noch gut an den Nordluchs, der vor 13 Jahren mitten in der Innenstadt für Aufsehen gesorgt hatte. Hinter der Nachtbar "Ars Vivendi" in der Nähe der Bahngleise wurde das Raubtier damals entdeckt. Mit einem Schuss aus dem Blasrohr wurde es betäubt und eingefangen. Der Luchskater war nicht menschenscheu, trug aber keine Chipmarke unter dem Fell. Woher er eigentlich stammte, ist noch heute ein Rätsel. Die Wernigeröder schlossen das Findeltier schnell in ihre Herzen. Deshalb hinterließ "Lucas" mit seinem Ableben auch eine große Lücke im Wildpark.

"Wir hoffen nun, dass unser Neuzugang diese Lücke schließen kann", sagt Frank Lüddecke, der den jungen Luchs als sportlich, drahtig und kernig beschreibt. Wer ihn sehen möchte, müsse ein wenig Geduld und Zeit zum Beobachten mitbringen. "Er tarnt sich gut, ist wegen seines bräunlichen Fells nicht so schnell im Gehege zu entdecken."

Was der Raubkatze nun noch fehlt, ist ein Name. Wie würden Sie, liebe Leserinnen und Leser, den neuen Wildpark-Bewohner nennen? Schicken Sie Ihre Ideen bis zum Donnerstag, 14. August, an die Volksstimme Lokalredaktion, Breite Straße 48, 38855 Wernigerode oder per E-Mail redaktion.wernigerode@volksstimme.de. Eine Jury wird den schönsten Namen küren.