Heftige Regenfälle und Gewitter haben die Feuerwehr in Atem gehalten. Neben vollgelaufenen Kellern und überspülten Straßen sorgt ein Blitzeinschlag im Altenheim für Schrecken.

Elbingerode/Rübeland l "Den Tag hatten wir anders geplant", sagt Uwe Anderfuhr. Statt gemütlich das Schützenfest ausklingen zu lassen, ist der Rübeländer Ortswehrleiter mit seinen Kameraden im Dauereinsatz gewesen: Keller auspumpen, Gullydeckel abheben, Wasser schöpfen und Straßen absichern. In den vergangenen Tagen von den Wetterkapriolen verschont geblieben, hat es den Oberharz am gestrigen Sonntag hart erwischt.

Punkt 13.42 Uhr sind die Einsatzkräfte alarmiert worden. Acht Minuten später treffen sie in Susenburg ein - und erleben mitten im Hochsommer einen Wintereinbruch. "Durch Hagelkörner war alles weiß", berichtet Stadtwehrleiter Dirk Czekay. Rund 50 Einsatzkräfte hat er allein für Rübeland und Susenburg aktiviert. Es rücken Kameraden aus Rübeland, Elbingerode, Neuwerk, Hasselfelde und Benneckenstein aus.

"Wie ein Sturzbach lief das Wasser zwischen den Häusern durch."

Karin Winkler, Susenburg

"Wie ein Sturzbach lief das Wasser binnen zehn Minuten zwischen den Häusern durch. So schlimm war es noch nie", sagt Karin Winkler. Sie wohnt seit 1980 im Rübeland-Ortsteil. "In der Waschküche stand das Wasser noch nie", bestätigt Nachbarin Christa Hardamm. "Aber das kriegen wir schon sauber." Mehr Sorgen bereitet der Seniorin, dass zum Zeitpunkt der Regenfälle nicht alle Nachbarn zu Hause sind - und man nicht wisse, ob deren Keller vollgelaufen sind. Mit Handy versuchen die Susenburger, sie zu erreichen.

"In einer Stunde hatten wir alles unter Kontrolle", sagt Stadtwehrleiter Czekay. Gegen 17.30 Uhr rücken die Kameraden ab. 28 Keller pumpen sie in der Zwischenzeit leer. Weiteres Augenmerk: "Wir sichern die Böschungen ab, sie sind durch die Regenfälle teilweise aufgeweicht", so Uwe Anderfuhr.

Neben den Folgen des Stark-regens, sind die Kameraden in Elbingerode vor ein weiteres Problem gestellt: Ein Blitz trifft gegen 13.30 Uhr das Altenheim Bleichenkopf. "Es war ein kurzer, unglaublich lauter Knall", berichtet Jana Knaust. Sie besucht ihre Mutter, die im Heim arbeitet. "Ich habe den Blitz auch gesehen. So etwas habe ich noch nie erlebt."

Eingeschlagen ist er in der Brandmeldeanlage des Hauses, informiert Volker Deicke, Ortswehrleiter Elbingerode. Das Gebäude selbst habe keinen Schaden genommen, dafür die Elektrik. Der Raum sei vorerst gesperrt. "Das muss sich eine Fachfirma ansehen", so der Wehrleiter. Was er zunächst nicht weiß: Beim Einschlag wird eine Person verletzt. "Meine Schwägerin hat es erwischt, sie hat einen Schlag bekommen", berichtet Rita Angerstein. Die Pflegedienstleiterin kämpft mit den Tränen.

Ihre Schwägerin, eine Küchenmitarbeiterin, habe vermutlich die Spülmaschine eingeräumt, als es passiert war. Als der Rettungsdienst eintrifft, ist sie ansprechbar, jedoch ist das Ausmaß ihrer Verletzungen noch nicht abzusehen. Sie wird ins Klinikum nach Quedlinburg gebracht.

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