Hasselfelde l Kaum sind nach dem verheerenden Unwetter in Ilsenburg am vergangenen Wochenende die gröbsten Schäden behoben, sorgt erneut extremer Starkregen im Harz für Land unter. Am Sonntag fluteten massive Niederschläge binnen kürzester Zeit Teile von Hasselfelde. Die Feuerwehren rund um den Ort wurden alarmiert, um Gebäude und Keller leerzupumpen und die Wassermassen, die über Straßenzüge in den Ort drangen, abzuleiten. Betroffen waren auch die Bundesstraße 242, die wegen Überflutung mehrere Stunden gesperrt wurde, und die Harzer Schmalspurbahnen(HSB). Weil Teile des Bahnhofes Hasselfelde unter Wasser standen, sei der Bahnbetrieb zwischen Stiege und Hasselfelde eingestellt worden, sagte HSB-Sprecher Dirk Bahnsen.

Wie bereits vor einer Woche in Ilsenburg gingen die sintflutartigen Regenfälle sehr punktuell nieder. Während in Benneckenstein gegen 14 Uhr leichter Regen angesagt war, "soff" Hasselfelde zeitgleich an mehreren Stellen regelrecht ab. Nach einer halben Stunde schossen die brauen Wassermassen schon den Kirschenberg hinunter, fluteten die Straße mindestens zehn Zentimer hoch und bahnten sich teilweise den Weg in Keller. Anwohner Falk Nosovsky konnte nur mit dem Kopf schütteln: "So etwas habe er noch nicht erlebt."

Die Leitstelle beorderte insgesamt 108 Kameraden der Feuerwehren aus Tanne, Trautenstein, Königshütte, Benneckenstein, sowie Stiege und Hasselfelde zur Hochwasserbekämpfung vor Ort. "Mitunter gab es massive Schäden - viele vollgelaufene Keller und auch eine Tierarztpraxis stand unter Wasser", berichtete Stadtwehrleiter Dirk Czekay. Die Kameraden waren bis 17.45 Uhr an 22 Stellen im Einsatz.

Ein Schwerpunkt war der Verlauf des Flüsschens Hassel, das über die Ufer trat und die nahe Bundesstraße 242 überflutete. "Die Straße ist nach den Informationen meiner Kollegen vor Ort rund 50 Zentimeter hoch überflutet", sagte der Leitende Einsatzbeamte der Polizei in Halberstadt, Axel Oberländer am Nachmittag. Der Verkehr auf der B 242 wurde zwischen Stiege und Hasselfelde bis etwa 17.30 Uhr umgeleitet. Autofahrer, die auf der B 242 weiter in Richtung Westharz unterwegs waren oder über die B 81 in Richtung Nordhausen wollen, waren nicht betroffen.

Ortsbürgermeister Heiko Kaschel (Bürgerinitiative Hasselfelde) lobte das Engagement der Feuerwehrleute: "Das hat sehr gut funktioniert, sie waren schnell vor Ort." Während die Anwohner am Abend mit dem Aufräumen begannen, wurde das Ausmaß der Schäden mehr und mehr deutlich. "Es gibt neben vielen Problemen bei Privatleuten auch erhebliche Straßenschäden", berichtete der Bürgermeister. Deren Beseitigung sei für den Ortsteil allein nicht zu stemmen. Zugleich kritisierte Kaschel die Vernachlässigung der Grabenpflege.

Mehr Fotos vom Hochwasser in Hasselfelde unter: www.volksstimme.de/fluthassel

 

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