Haus Gadenstedt ist eines der ältesten Bauwerke in Wernigerode und braucht eine Rundumerneuerung. Die Eigentümerin, die Kirchgemeinde St.Sylvestri und Liebfrauen, hat die erste Etappe der Sanierung abgeschlossen. 2015 soll es weitergehen.

Wernigerode l Von der Vorderseite ist Haus Gadenstedt die Veränderung nicht anzumerken. Wer aber einen Blick hinter das historische Gebäude am Klint wirft, bemerkt, wie viel sich in den vergangenen Monaten getan hat. Das Haus, eines der ältesten Bauwerke und bedeutendsten Denkmäler Wernigerodes, wird einer grundlegenden Sanierung unterzogen.

Im September vergangenen Jahres waren die Bauarbeiter erstmals angerückt. Im ersten Bauabschnitt stand der südliche Teil des Gebäudes im Blickpunkt. "Dieser war im Begriff, sich abzusenken und musste dringend erneuert werden", erklärt Siegfried Siegel vom Gemeindekirchenrat St.Sylvestri und Liebfrauen. Der Grund dafür war im Untergeschoss verborgen. "Dort gab es ein völliges Wirrwarr von Anschlüssen und Abflüssen", sagt Siegel.

Durch Fehlleitungen drang Wasser ins Fundament ein und sorgte für Ausspülungen, das haben Gutachter herausgefunden. Deshalb mussten die alten Fundamente freigelegt, neu gegründet und gesichert werden. All dies hat die Kosten in die Höhe getrieben. Statt wie geplant 270000 Euro schlagen nun rund 294000Euro für den ersten Bauabschnitt zu Buche.

Während auf dem Außengelände letzte Arbeiten zu erledigen sind, schreiben die Verantwortlichen der Gemeinde bereits die Förderantrage für den nächsten Bauabschnitt. Ab Anfang 2015 sollen der Ostflügel und die Fassade von Haus Gadenstedt einer Generalüberholung unterzogen werden.Mit rund 465000 Euro ist dies der teuerste Teil der Sanierung. "Wir hätten gern schon in diesem Jahr begonnen, aber da haben wir keine Aussicht mehr auf Förderung", sagt Siegfried Siegel. Er hofft, dass die Stadt sich wieder an den Kosten beteiligt. "Wir sind darauf angewiesen." Geld gaben zuvor auch die Sparkassenstiftung und der Kirchenkreis. Besonders schön sei, dass viele Wernigeröder die Sanierung unterstützen, sagt Siegel. 30000 Euro Spenden sind bisher zusammengekommen - durch Spendenbriefe, Kollekte und Zuwendungen.

Wenn die Bauarbeiten weitergehen, wird auch der Gemeinderaum neu gestaltet. Die Gruppen, die ihn nutzen, müssen in dieser Zeit in den Saal ausweichen, der bereits in neuem Glanz erstrahlt - und dank Zwischendecke und Wärmedämmung Energiekosten sparen hilft. "Es wird nicht einfach, in der Bauzeit alle unter einen Hut zu bringen, doch es ist ein Kompromiss, damit wir die Gemeindearbeit fortsetzen können", erklärt Siegfried Siegel. Er rechnet damit, dass es länger als ein Jahr dauern wird, bis der zweite Bauabschnitt Geschichte ist.

Danach ist im dritten und letzten Schritt die 120Quadratmeter große Wohnung im Obergschoss an der Reihe, die seit Jahren leersteht. Im Zuge der Sanierung soll sie einen eigenen Zugang erhalten, das Treppenhaus wird im ehemaligen Noten- und Instrumentenarchiv untergebracht. "Wir hoffen, dass wir durch die Vermietung endlich wieder Einnahmen generieren können, die wir dringend brauchen", sagt Siegfried Siegel mit Blick auf die zahlreichen Gebäude, die die Kirchgemeinde zu unterhalten hat.

   

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