Wernigerode (ksö) l Die Kritiker des Hotelbauprojekts am Wernigeröder Lindenberg haben mittlerweile 500 Unterschriften von Unterstützern gesammelt. Dies teilt der Initiator der Aktion, Michael König, mit. In der Kritik steht die Größe des geplanten Gesundheitshotels, das am historischen Standort auf dem Wernigeröder Lindenberg errichtet werden soll. Fünf Stockwerke mit 250 Betten und Tiefgarage seien zu viel, sagen König und seine Mitstreiter.

Der Wernigeröder hat ein Rundschreiben an alle Stadträte, an den Oberbürgermeister sowie das Dezernat für Bauwesen und Stadtplanung gesandt. Darin heißt es: "Die Größe des geplanten Gesundheitshotels ist nicht akzeptabel. In der von Ein- und Zweifamilienhäusern geprägten Wohngegend hat ein solches Projekt keine Berechtigung." Auch im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens haben die Kritiker ihre Bedenken offiziell vorgebracht.

Der Text zur Unterschriftensammlung ist ebenso im Internet auf der Onlineplattform Open Petition zugänglich. Hier haben 208 Unterstützer unterzeichnet und ihre Kommentare hinterlassen. So schreibt Beate Prochnau aus Wernigerode: "Das Wahrzeichen von Wernigerode ist das Schloss und kein gigantischer Neubau. Ich bin nicht gegen ein Gesundheitshotel, aber es muss sich in die Umgebung einfügen."

Dies stünde einem Sterne-Objekt gut zu Gesicht, schreibt auch Manuela König-Stadel aus Braunschweig. "Der gehobene Anspruch wird durch die exponierte Innenstadtlage am Hang mit Parkbereich und Schlossblick betont und sollte sich deshalb auch in einer anderen Bauweise ausdrücken." Das neue Hotel solle sich an der alten Traufhöhe orientieren. Sie regt einen Architektenwettbewerb an, um eine Lösung zu finden, die nicht "an wirtschaftliche Krankenhaus- Zweckbauten erinnert".

Um das Stadtbild sorgt sich - wie einige andere Kommentatoren - auch Georg Dieter Lubowicki aus Wernigerode. "Es ist eine Zumutung, nicht nur für die Besucher des Schlosses Wernigerode, mit einem so hohen Bauwerk das Panorama zu zerstören", schreibt er. Gegen einen Wiederaufbau des Lindenberghotels in seiner ursprünglichen Größe habe er hingegen nichts einzuwenden.