Wer in Jugend-Erinnerungen schwelgen und sein technisches Verständnis erweitern möchte, hat am Sonntag in Elbingerode Gelegenheit dazu. Oldtimer aller Art werden dann das Straßenbild in dem Harzort bestimmen.

Elbingerode l Tolerante Ehefrauen haben sie, gestehen Gerd Ludwig und Werner Puse lachend. Die beiden Elbinge- röder widmen sich in ihrer Freizeit einer Leidenschaft: dem Schrauben an historischen Fahrzeugen. "Am Tag sind es schon so ein, eineinhalb Stunden", gesteht Ludwig, stolzer Besitzer von sechs Oldtimern. Puse ergänzt: "Wenn etwas kaputt ist, gehe ich eigentlich nur zum Schlafen ins Haus." Der gelernte Automechaniker hat fünf Fahrzeuge, die er über Tage und Wochen in Eigenregie wieder aufgebaut hat.

Die Männer sind von alten Autos und Motorrädern fasziniert. "Es ist die Einfachheit der Technik - man kann sie noch selbst reparieren. Und sie haben einen ganz eigenen Charme, während die Autos heutzutage doch eigentlich alle gleich aussehen", sagt Gerd Ludwig.

Das alte Blech lässt die Männer in Erinnerungen schwelgen, an die Kindheit und Jugend, erlebte Reisen und Abenteuer denken. "So ergeht es auch anderen. Manche haben regelrecht Tränen in den Augen, wenn wir mit den Wagen vorfahren", berichtet Puse. Er hat 2002 die Interessengemeinschaft "Historische Fahrzeuge Elbingerode" ins Leben gerufen.

Mittlerweile zählt der Verein 25 bis 30 Mitglieder. "Nicht alle sind älter als die Fahrzeuge", versichert er lachend. "Wir haben auch junge Mitglieder und es dürften gern mehr werden."

Die Werbetrommel für ihr Hobby rührt die Interesssengemeinschaft am Sonntag, 10. August. Dann richtet sie ab 10 Uhr ein Treffen für Gleichgesinnte und Neugierige aus. Es ist mittlerweile das elfte. "Die Ausschreibung lief deutschlandweit", informiert Gerd Ludwig. "Alles was alt ist, knattert und rostet ist willkommen."

Als Ausstellungsfläche für die historischen Autos, Zweiräder und landwirtschaftlichen Gefährte dient die Rohrbachstraße. "Wir bitten die Anwohner, in dieser Zeit dort nicht zu parken", so Puse. Mit von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellten Schildern werden die Flächen rechtzeitig gekennzeichnet.

Zu sehen gibt es nicht nur Blech und Chrome. Auch die Elbingeröder Heimatstube und die Sankt-Jakobi-Kirche stehen Besuchern offen und ein Flohmarkt wird ausgerichtet. Parallel dazu lädt die Familie Müller zum traditionellen Hoffest auf dem Gelände ihrer Fleischerei ein. "Auch andere der umliegenden Gastronomen haben sich auf den Tag vorbereitet", kündigt Puse an.