Halberstadt l Die Landesstraßenbaubehörde (LSBB) in Halberstadt nutzt auch in diesem Jahr die Sommermonate, um im größeren Stil Straßen auszubessern und schadhafte Stellen zu reparieren. Was der Zahnarzt mit Kunststoff oder Goldinlays erledigt, realisieren die Straßenbauer bei schadhaften Asphaltdecken mit Bitumen und Splitt.

Wie in den Vorjahren setzten die Harzer LSBB-Mitarbeiter dabei auf sogenannte "Roadpatcher". Ein, wie LSBB-Mitarbeiter Harald Müller erklärt, bewährtes und technisch ausgereiftes Verfahren, mit dem sich grundhafte und teure Straßensanierungen oft noch auf Jahre vermeiden lassen. Die LSBB lässt in diesem Sommer von einer Berliner Baufirma Bundes- und Landesstraßen im Harz-Kreis und im Salzland-Kreis ausbessern und investiert dafür rund 150 000 Euro.

"Eindringendes Wasser ist bei Asphaltstraßen wie bei jedem Bauwerk meist der Anfang vom Ende", erinnert Harald Müller. Besagter Roadpatcher sei ein erprobtes Mittel, um größeren Folgeschäden vorzubeugen. "Sie gelten als das derzeitige technische Nonplusultra für die Beseitigung von beginnenden Deckenschäden in Asphaltstraßen."

Das Verfahren ist einfach und erinnert irgendwie ein bisschen an den Zahnarzt: Die zu füllenden Löcher in der Fahrbahndecke werden zunächst mit Druckluft gereinigt. Anschließend werden sie mittels Aufsprühen einer Bitumen- emulsion und dem Aufstreuen mit sauberem Splitt partiell wieder repariert.

Dieses Reparaturverfahren zur Substanzerhaltung habe sich im Prinzip seit dem Aufkommen von Asphaltstraßen nicht verändert, erklärt Müller. Allein: Während die Straßenarbeiter früher buchstäblich im Dreck standen, die ungesunden Gase einatmeten und harte körperliche Arbeit leisteten, sitzen sie heute im Fahrzeug und steuern die Technik mit dem Joystick. Hinzu komme die personelle Komponente, unterstreicht Müller: "Was früher fünf bis sechs Arbeiter erledigten, macht heute ein Kollege." Der Bitumen, in früheren Zeiten Teer, sei manuell mit einer Spritzlanze aufgesprüht worden, dann wurde mit Schaufeln der Splitt darübergestreut. Tage später musste überschüssiger, ungebundener Splitt wieder entfernt werden.

"Heute kann man sich kaum noch vorstellen, wie schwer und schmutzig diese Arbeit einmal war", erinnert Harald Müller.

Firma nicht identisch mit Betrieb beim B 81-Pfusch

Die modernen Roadpatcher, große dreiachsige Lkw, haben alle Baustoffe an Bord und können an einem Tag etliche Kilometer Straße reparieren. Die eigentliche Arbeit findet vor dem Fahrzeug statt. Was einem Elefantenrüssel ähnelt, ist das Rohr, durch das die Baustoffe aus den Behältern hinter dem Fahrerhaus direkt und in der richtigen Dosierung an die "Therapiestelle" befördert und verbaut werden.

Leserkritik, wonach diese Technik auch bei der schadhaften Reparatur der B 81 zwischen Halberstadt und Emersleben eingesetzt worden sei, ist übrigens unzutreffend. Dort wurde, anders als beim Patcher, die Fahrbahn vollflächig ausgebessert. Anschließend löste sich zuhauf Splitt. Auch eine Verbindung zwischen beiden Firmen lässt sich nicht ziehen. War auf der B 81 eine Firma aus dem Kreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg aktiv, stammen die Roadpatcher aus dem Kreis Märkisch-Oderland in Brandenburg.

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