Mehr Sicherheit auf dem Schulweg, das wünschen sich Eltern und Leitung der Wernigeröder Stadtfeld-Grundschule. Ein erster Schritt ist getan, die Kreisverwaltung ließ Warnschilder an der vielbefahrenen Halberstädter Chaussee aufstellen.

Wernigerode l Die Halberstädter Chaussee ist eine vielbefahrene Straße. Hier gilt Tempo 50, oft sind Autos schneller unterwegs. Während der Schulzeit müssen Kinder die Straße täglich queren, um von den Wernigeröder Wohnquartieren Schleifweg, Bodengarten, Horstberg und von der Burgbreite in die Stadtfeld-Grundschule zu gelangen. "83 Mädchen und Jungen, also gut ein Drittel unserer Schüler, wohnen jenseits der Halberstädter Chaussee", sagt Schulleiter Wolfgang Berge. Viele Eltern seien um die Sicherheit ihrer Sprösslinge besorgt.

"Jetzt sind Ferien, aber wir hoffen, dass sich die Situation zum Schulstart im September etwas entschärft", so Berge. Schon lange kämpfen Schulleitung und Eltern für mehr Sicherheit auf den Schulwegen. Bislang ohne Erfolg.

Auf Initiative von Kulturausschusschefin Angela Gorr (CDU) fanden in den vergangenen Monaten zwei Arbeitstreffen mit Vertretern von Verkehrswacht und Verwaltung statt. "Das war effektiv, weil endlich die Entscheidungsträger an einem Tisch saßen", so der Schulleiter.

Ein erster Schritt ist bereits getan. So habe die Kreisverwaltung während der Ferien veranlasst, dass Warnschilder an der Halberstädter Chaussee aufgestellt wurden, wie Pressesprecherin Ingelore Kamann bestätigt. "Sie sollen Autofahrer darauf hinweisen, dass hier Kinder die Fahrbahn queren", so Ingelore Kamann.

Wären Schülerlotsen eine Lösung? "Das wurde in der Vergangenheit diskutiert", sagt Wolfgang Berge. Die Idee sei gut und sollte vor anderen Kindertagesstätten und Schulen aufgegriffen werden. "Jedoch nicht an der Halberstädter Chaussee. Da kann ich keine Schüler hinstellen. Das ist viel zu gefährlich." Deshalb plädieren Schulleiter und Eltern für eine Bedarfsampel, die morgens, wenn die Kinder zur Schule gehen, und für den Nachhauseweg am Nachmittag angeschaltet wird. "Unser Schulförderverein hat dafür eine Unterschriftensammlung initiiert und der Kreisverwaltung übergeben", sagt Berge, der das Engagement der Vereinsmitglieder lobt. "Sie haben schon unheimlich viel bewegt."

Bei der Kreisverwaltung reagierte man allerdings verhalten auf die Petition, wie Volksstimme auf Nachfrage erfuhr. Laut Sprecherin Ingelore Kamann seien im September Verkehrsbeobachtungen vorgesehen. Eine Ampel stehe nicht zur Debatte.

Ein weiteres Problem sei nach wie vor das allmorgendliche Parkchaos vor der Schule. "Eltern, die ihre Kinder bringen, stellen ihre Autos in zweiter, sogar dritter Reihe und oft entgegengesetzt zur Fahrtrichtung ab", beschreibt der Schulleiter die Situation. "Die Straße ist dann dicht, nicht einmal der Bus kommt durch, und die Schüler sind da mitten drin." Es sei nur ein kleiner Teil der Mütter und Väter, der uneinsichtig sei. "Aber das reicht schon."

Inzwischen arbeite die Schule deshalb mit der Verkehrswacht zusammen - ein weiteres Resultat der Arbeitstreffen. "Zum Schuljahresbeginn wollen wir gemeinsame Elternabende organisieren." Es sei geplant, den Gefahrenbereich mit den Eltern zu besichtigen und zwischen den parkendenden Autos "abzutauchen, um zu verdeutlichen, was ein kleines Kind eigentlich sieht - und vor allem nicht sieht", so Berge. Auch die Mädchen und Jungen selbst werden geschult. "Die Erstklässler behandeln das Thema `Mein Schulweg` im Sachkundeunterricht." Die 63 zukünftigen Abc-Schützen hätten mit Unterstützung der Verkehrswacht bereits im Verkehrsgarten trainiert, wie man sich beim Überqueren von Straßen verhält. "Das Projekt heißt `KiS - Kinder im Straßenverkehr` - und das wollen wir auf jeden Fall fortsetzen."