Die Wernigeröder Stadtverwaltung lässt in der Minslebener Straße neue Parkplätze bauen, den maroden Gehweg sowie die Straßenbeleuchtung erneuern. Derweil soll der Ärger um den nahegelegenen Supermarkt-Parkplatz demnächst beigelegt werden.

Wernigerode l Die Anwohner der Minslebener Straße werden bald mehr Auswahl bei der Parkplatzsuche haben. Die Stadtverwaltung baut ab September auf dem Abschnitt zwischen Max-Otto-Straße und Ernst-Pörner-Straße neue Stellplätze für 35 Autos. "Damit tragen wir den Wünschen Rechnung, die aus dem Stadtfeld-Management immer wieder an uns herangetragen werden", erklärt Kai Bleßmann vom Tiefbauamt der Wernigeröder Stadtverwaltung. Der Tenor der Anwohner: Im Stadtfeld gebe es zu wenig Stellflächen.

"Gerade in den Abendstunden ist es schwierig, einen Platz zu finden", sagt Kai Bleßmann. Schließlich sei das Wohnviertel zu einer Zeit geplant worden, als noch nicht jeder Haushalt über ein Auto verfügte. Dort, wo sich heute noch eine Grünanlage neben dem Einkaufsmarkt befindet, sollen 19 Parkplätze entstehen.

Weitere 16 Stellflächen werden längs der Minslebener Straße angelegt. Um Platz für die Parklücken zu schaffen, verlegen die Arbeiter den 2,50Meter breiten Gehweg hinter eine Baumreihe. "So erhalten wir den Alleecharakter", sagt Kai Bleßmann. Dafür stellt die Wernigeröder Wohnungsgenossenschaft (WWG) einen Teil ihres Grund und Bodens zur Verfügung. "Wir tun das gern, weil so zusätzliche Stellplätze für unsere Mieter geschaffen werden", sagt WWG-Vorstand Christian Linde. An dem Straßenstück werden derzeit mehrere WWG-Blocks saniert.

Die maroden Bürgersteige aus den 1980er Jahren müssen laut Kai Bleßmann dringend weichen. "Die Betonplatten zerfallen regelrecht. Es besteht erhöhter Handlungsbedarf", sagt der Bauexperte. Ersetzt werden sie durch farblich gestaltetes Betonsteinpflaster. Die Parkplätze werden mit einem wasserdurchlässigen, ökologischen Pflaster versehen. "So kann das Regenwasser versickern." Zugänge und Übergänge werden barrierefrei gestaltet. Ebenso soll die Straßenbeleuchtung modernisiert werden.

Die Stadtverwaltung investiert in die Arbeiten rund 230000Euro. Zwei Drittel werden über das Städtebauförderprogramm "Soziale Stadt" bezahlt. Baustart ist voraussichtlich Mitte September, bis zum Jahresende soll das Vorhaben abgeschlossen sein. Unter den Bürgersteigen erneuern die Wernigeröder Stadtwerke im selben Zug die Trinkwasserleitungen, wie Pressesprecherin Katja Bröker bestätigt. Auf einer Länge von 200 Metern werden die bereits bestehenden neuen Hausanschlüsse mit der neuen Trinkwasserleitung verbunden.

Derweil scheint der Ärger um den nahegelegenen Supermarkt-Parkplatz, der eigentlich auch Anwohnern offen stehen sollte, beigelegt zu werden (Volksstimme berichtete). Derzeit werde mit den Marktbetreibern über letzte noch offene Fragen verhandelt. "Es soll in Kürze eine Einigung geben", sagt Winnie Zagrodnik von der Stadtverwaltung. Zumindest sind die Schilder, die die umstrittene Firma Wemax aufgestellt hatte, inzwischen verschwunden, wie Uwe-Friedrich Albrecht vom Quartiersmanagement Stadtfeld bemerkt hat. Der Parkplatzbetreiber aus Halle hatte Anwohnern Parkkarten zum Preis von 30 Euro angeboten und Strafmandate verteilt. "Dies scheint nun der Vergangenheit anzugehören", so Albrecht.

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