Wernigerode l Wenn Marie um ihren Hans trauert, dann ist er daran Schuld: Krusina, Maries Vater, hat sie dem ungeliebten Wenzel versprochen - daher der Titel "Die verkaufte Braut" der diesjährigen Festspieloper, die auf dem Wernigeröder Schloss aufgeführt wird.

Peter Kubik spielt den Bauern, den Schulden drücken und der seine Tochter beim Glücksspiel verzockt. "Es fällt mir nicht ganz leicht, mich mit der Rolle zu identifizieren", gesteht der Bariton. Vielleicht liegt es am Alter - Peter Kubik ist erst 35 Jahre alt. Der Niedersachse, der aus der Lüneburger Heide stammt, hat bereits reichlich Erfahrung gesammelt. Nach einem Studium in Hamburg, Köln und Hannover, das er 2009 abschloss, war er drei Jahre lang Mitglied des Ensembles am Stadttheater Bremerhaven und sang dort Partien in Werken von Mozart und Purcell. Als Gast trat er an der Leipziger Oper und im Nationaltheater Mannheim auf.

Und nun auch in Wernigerode. Vom Aufführungsort ist Peter Kubik begeistert. "Das Schloss ist wirklich wunderschön." Wernigerode hat er durch zwei Freunde kennengelernt, die hier zur Schule gegangen sind und ihm die schönsten Ecken der Stadt gezeigt haben. Hier mussten sich die Sänger, die "Die verkaufte Braut" bereits im Sommer 2013 auf Schloss Warburg auf die Bühne gebracht hatten, erst wieder zusammenfinden. "Das ging nicht ohne Reibung", sagt Peter Kubik - doch die ließ sich produktiv nutzen. Zu Krusina, dem alten Bauern aus Smetanas böhmischem Dorf, hat er seinen Zugang gefunden. "Wir haben die Rolle so angelegt, dass er in einer Notsituation steckt und es ihm schwerfällt, seine Tochter zu verraten." Um seine eigene Zukunft muss sich Peter Kubik nicht sorgen. Seit März hat er ein Engagement am Theater für Niedersachsen in Hildesheim und wird dort demnächst als Vogelfänger "Papageno" in Mozarts "Zauberflöte" auf der Bühne stehen.

Aufführungstermine: 15., 16. 21. und 22.August jeweils ab 19.30 Uhr im Schlossinnenhof