Ein ungewöhnlicher Sachverhalt stellt derzeit die Mitarbeiter des Ilsenburger Ordnungsamtes vor Rätsel. In Darlingerode ist vor wenigen Tagen ein Schaf von einem unbekannten Tier angefallen und angefressen worden. Die Besitzer fanden das schwer verletzte Tier und erlösten es von seinen Qualen. Nun wird nach dem Verursacher gesucht.

Darlingerode l Vor etwa acht Wochen hat sich das Ehepaar Kerstin und Silvio Fink aus der Darlingeröder Gartenstraße drei Schafe zugelegt. Die Tiere sollten eine Grünfläche beweiden. Im Juni wurden sie als Lämmer vom Schäferhof in Langenstein geholt, seit dem 10. August sind es aber nur noch zwei Tiere. Das dritte fand einen jähen Tod.

Kerstin Fink berichtet: "Wir waren mit der Familie zu einem Wochendausflug unterwegs und stellten am Abend des 10. August fest, dass eines unserer Schafe schwer verletzt auf der Wiese lag. An beiden Hinterläufen fehlte das Fleisch bis zu den Knochen. Dazu kamen viele andere Verletzungen. Einem weiteren Tier fehlten ein Teil des linken Ohres und des Schwanzes, das dritte hatte offenbar Glück und war weitgehend unverletzt. Uns blieb nur noch, einen Tierarzt zu verständigen, und das schwer verletzte Schaf zu erlösen", schildert Kerstin Fink die Erlebnisse nach der Rückkehr.

Seit jenem Tag mehren sich nun die Rätsel. Fest steht, dass der Verursacher nur ein oder mehrere andere Tiere gewesen sein können. Ein Luchs, der schon mehrfach in der Nähe gesehen wurde, scheidet aus, denn er tötet seine Beute, bevor er sie frisst.

Dann gab es auch schon Gerüchte, nach denen sich ein Wolf an den Harzrand verirrt haben könnte. Es soll sogar schon zwei Beobachtungen gegeben haben, sicher ist sich allerdings niemand, denn es könnte sich bei den Wahrnehmungen auch um einen großen Hund gehandelt haben. Ein solcher scheint der wahrscheinlichste Verdächtige zu sein, denn ein domestizierter Hund könnte das Töten von Beutetieren verlernt haben, da er ja sein Futter vom Menschen vorgesetzt bekommt. Wenn nun ein solches Tier ausgesetzt worden ist und allein auf Nahrungssuche angewiesen ist, wäre das Vorgehen gegen das Schaf eine mögliche Erklärung.

"Es gibt viele Varianten, aber wenig Anhaltspunkte. Wir bitten deshalb die Einwohner von Darlingerode um Hilfe. Wer hat in den vergangenen Wochen große Hunde herrenlos am Ortsrand gesehen? Wurden weitere Haustiere auf ähnliche Weise angefallen? Gibt es möglichweise sogar Fotos von unbekannten Tieren, die sich am Darlingeröder Ortsrand tummelten?", fragt Henri Fischer, der Leiter des Teams Ordnung der Stadtverwaltung. Hinweise sind an die Verwaltung zu richten.

Familie Fink hat sich langsam vom dem Schock erholt und will sich aus Langenstein Ersatz für das gerissene Schaf holen. Auch die Zäune um die Wiese sind erneuert worden. Was aber bleibt, sind die grausamen Bilder im Kopf und die Ungewissheit zur Ursache.