Halberstadt (dl/mf) l Das in einem Mehrfamilienhaus in Halberstadt betriebene Wohnungs-Bordell, vor dem in der Nacht zum Donnerstag ein Sprengsatz explodiert ist, war den Behörden nicht bekannt. Wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung am Freitag auf Anfrage mitteilte, seien dem zuständigen städtischen Gewerbeamt lediglich zwei derartige Etablissements in der Kreisstadt angezeigt. Erotische Massagen würden in der Walter-Rathenau-Straße angeboten, ein Anbieter von derartigen Massagen und Begleitservice logiere im Gewerbegebiet In den langen Stücken. Diese Informationen seien an die zuständigen Stellen des Landkreises Harz - Gewerbeaufsichtsamt und Gesundheitsamt - weitergeleitet worden, hieß es.

Einer Publikation des Bundes-Familienministeriums ist zu entnehmen, dass die Länder den Bordellbetrieb recht unterschiedlich behandeln. Sie erkennen derartige Betriebe entweder als Gewerbe an und führen sie unter diesem Begriff im Gewerberegister oder registrieren lediglich die Gewerbeanzeige unter der Bezeichnung "gewerbliche Zimmervermietung" oder "erotische Massage".

Letzteres scheint auch für Halberstadt zu gelten. Nach Angaben einer Sprecherin müssten erotische Massagen und Begleitservice lediglich beim Gewerbeamt der Stadt angezeigt, aber nicht genehmigt werden.

In dem Mehrfamilienhaus in der Rosa-Luxemburg-Straße, in dem das offenbar illegale Wohnungs-Bordell betrieben wird, war am Donnerstag gegen 0.45 Uhr ein Sprengsatz detoniert und hatte große Schäden verursacht (die Volksstimme berichtete). Polizeibeamte werten gegenwärtig Spuren aus, um die Täter zu ermitteln. Hilfreich könnte dabei eine zweite, unversehrte Pyrotechnik-Kugelbombe sein, die die Täter offenbar bei ihrer Flucht vor dem Haus verloren. Zum Stand der Ermittlungen gab es am Freitag keine neuen Informationen. Offenbar haben aber die Ermittler zumindest gegenwärtig noch keinen Hinweis auf einen eskalierenden Schlagabtausch im Rotlichtmilieu.