Es wird ungewohnt laut auf Schloss Wernigerode. Über den Dächern der bunten Stadt am Harz gibt es am 20. September eine Premiere. Die erste Rocknacht steigt mit drei Bands und vier Stunden Live-Musik. Die Karten sind bereits heiß begehrt. Allein - es gibt nur 300.

Wernigerode l Die Last Night der Wernigeröder Schlossfestspiele ist kaum verklungen, da wird es schon wieder musikalisch. Im Innenhof des historischen Gemäuers sind am Sonnabend, 20.August, von 20 Uhr bis Mitternacht aber ganz andere Töne zu vernehmen. Rockig-laute.

"Die Idee hatten wir schon 2012", sagt Christian Juranek. Leider sei die Umsetzung im vergangenen Jahr an einer fehlenden Schlechtwettervariante gescheitert. Mit dem Regenschutz jetzt könnten Publikum und Musiker einen kleinen Schauer oder ein leises Nieseln verkraften, ist der Geschäftsführer überzeugt. Durch die Veranstaltung solle eine Lücke im künstlerischen Repertoire der Stadt geschlossen werden. Zudem sei es eine gute Ergänzung für das eigene Programm.

Juranek: "Das Schloss ist für alle da." Und: "Wir können es uns gar nicht leisten, nur Kultur für die Altergruppe 60 plus oder Familien zu bieten." Rund 193 000 Besucher seien 2013 begrüßt worden. Der 50-Jährige: "Das lässt sich nicht halten, wenn es irgendwelche Einschränkungen gibt."

"85 Dezibel sind das höchste. Mehr gibt`s nicht."

Christian Juranek, Geschäftsführer

Drei Gruppen sollen die Premiere bestreiten. "Wichtig ist uns der regionale Hintergrund. Alle Bands haben ihre Wurzeln in Wernigerode", sagt Christian Juranek.

Zum Auftakt werde Rockinhands zu erleben sein. Die fünf Musiker spielten in verschiedenen Projekten. Sie präsentierten Rockstandards verschiedener internationaler Stars bis hin zu Klassikern wie von Uriah Heep und Led Zeppelin. Als Vorgruppe hätten sie bereits für Größen wie Karat, die Puhdys und Chris Norman auf der Bühne gestanden.

Dem Quintett folge ein Quartett. Quotime wolle dem heutigen Publikum ein Stück Rockgeschichte vermitteln, sagt Bandgründer Kai-Uwe Scheffler. Der 46-Jährige: "Wir haben die Show von Status Quo übernommen." Damit gastiere die Gruppe deutschlandweit, aber auch in Österreich, Belgien, der Schweiz und den Niederlanden. Der Wernigeröder: "Wir touren viel zusammen, aber auch einzeln." Das Besondere an Quotime seien zudem die Schlagzeugsoli und über Kreuz gespielte Gitarren. Kai-Uwe Scheffler: "Das macht ja heute kaum noch einer."

Den klingenden Schlusspunkt eines hoffentlich lauen Sommerabends setze Black/Rosie mit ihrem feministischen Tribut an die australischen Hardrocker von AC/DC. Die fünf Damen um Frontfrau Karolina "Karo" Blasek seien bereits seit 2006 in ganz Europa unterwegs und würden jeden Saal zum Kochen bringen.

"Eine Rocknacht auf dem Schloss ist mal ganz was anderes", sagt Steffen Meinecke. Deshalb habe er als Geschäftsführer der Stadtwerke Wernigerode sofort zugesagt, das Projekt zu unterstützen. Wie Juranek sehe er dafür durchaus das Potenzial, etwas dauerhaftes daraus zu entwickeln. Denkbar sei es, im Vorprogramm Nachwuchsbands eine Chance zu geben, sich vor einer größeren Kulisse zu beweisen.

Letztere ist zumindest auf Schloss Wernigerode begrenzt. Christian Juranek: "Wir werden 300 Karten verkaufen." Die Resonanz übertreffe bereits jetzt alle Erwartungen. Am Mittwoch habe es sogar eine Anfrage aus Leipzig gegeben.

Zwölf Euro koste ein Ticket - zu erwerben im Museumsladen, bei der Schloßbahn und an der Abendkasse. Der Geschäftsführer: "Der Preis soll eher einladen als abschrecken."

Für eine gastronomische Versorgung werde gesorgt sein. Die Schloßbahn fahre zudem während des gesamten Abends. Nicht jeder wolle schließlich alle drei Bands hören, sondern nur eine ganz bestimmte.

Was übrigens die eingangs erwähnte Lautstärke anbelangt, so dürfte selbige relativ sein. Christian Juranek: "85 Dezibel sind das höchste. Mehr gibt`s nicht."