Wernigerode l Das Gerüst an der Auffahrt zum Wernigeröder Schloss verbirgt sich hinter weißen Planen. Harald Billich lüftet die Abdeckung und zeigt auf die Mauer. "Hier haben sich die Steine nach vorn gewölbt", sagt der Statiker. Die Stützmauer am Kirchgang muss dringend gesichert und instand gesetzt werden, das bestätigt auch Gerlinde Brammer vom Bauamt der Wernigeröder Stadtverwaltung. Bis November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Stützmauer ist schon lange ein "Sorgenkind", sagt Gerlinde Brammer. Seit 1993 werde sie Stück für Stück saniert, weil Wasser, das im Mauerwerk versickert, die Steine verschiebt. Zunächst werden in der Nähe des Kirchgangs die vorderen Steine abgetragen. Dann sichern die Bauarbeiter die Verankerungen im Inneren der Mauer. Zudem wird der Stützmauergrund erneuert, weil das Bauwerk zum Teil auf instabilem Boden steht. Das heißt, dass das Mauerwerk auf Pfählen neu aufgebaut wird, erklärt Harald Billich. Um die Stützmauer wieder herzustellen, werden soweit wie möglich die alten Steine verwendet.

Die Mauersanierung ist Teil eines größeren Vorhabens, über das bereits die Regenentwässerung am Schloss erneuert wurde. Das Geld für das rund 400000Euro teure Projekt stammt aus der Denkmalförderung des Landes und aus einem Denkmalsonderprogramm des Bundes.

Ursprünglich sollte auch der Kirchgang selbst, der von der Stützmauer bis hinauf zum Trockenplatz führt, saniert und geöffnet werden. "Das wäre attraktiv für Besucher", erklärt Billich. Doch dafür reicht das Geld nicht, sagt Gerlinde Brammer. Sorgen bereiten ihr auch der Bäderhof und die Straße im Innenring, die entwässert werden müsste. Doch ob es dafür Förderung gibt, steht in den Sternen. "Wir können nur Gefahrenabwehr betreiben."