Gemeinsam haben die Landesvermessungsämter von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt eine neue Auflage der Harz-Wanderkarte herausgebracht. Ermöglicht haben die Karte zahlreiche Mitglieder des Harzklubs, die Daten über das Wegenetz an die Ämter weitergegeben haben. Im Rathaus von Wernigerode wurde das Werk vorgestellt.

Wernigerode l Die Landesvermessungsämter von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und der Harzklub haben am Montagvormittag die neueste Auflage ihrer gemeinsamen Harz-Wanderkarte vorgestellt.

Im Maßstab 1:50000 deckt die neue Karte den gesamten Harz ab, von Northeim im Westen bis Wippra im Osten.

Die gemeinsamen Karten von Harzklub und Landesvermessungsämtern haben Tradition. Die erste erschien 1990, sagt Harzklub-Vorsitzender Michael Ermrich. Damals seien noch Sperrgebiete und Grenzübergänge für Wanderer eingezeichnet gewesen.

"Die Harz-Wanderkarte ist die Wanderkarte überhaupt", sagt Peter Creuzer, der Direktor des Landesvermessungsamtes Niedersachsen. Trotz elektronischer Unterstützung mittels GPS-Geräten sei das Wandern mit Karte "noch immer attraktiv und auch notwendig." Die Erstellung der Karte basiere allerdings mittlerweile auf einer digitalen Kartengrundlage, sagt Creuzer.

Die Aufgabe des Harzklubs bestand indes in der umfangreichen Zuarbeit bezüglich der Änderungen, die seit der letzten Auflage aus dem Jahr 2009 aufgetreten sind. "Wege werden umgeleitet, fallen weg oder kommen hinzu", sagt Harzklub-Hauptkartenwart Udo Heineke. Etwa 100 Harzklub-Mitglieder waren an der Erstellung der Karte beteiligt. Ehrenamtlich haben sie Veränderungen im Wegenetz an die Landesvermessungsämter weitergeleitet. Gleichzeitig hat der Klub im Zuge des Deutschen Wandertages in Bad Harzburg die Wegebeschilderung verdichtet. Zu den bereits existierenden etwa 50000 Schildern sind noch einmal 3000 hinzugekommen. Auf diesen sind nun auch die genauen Koordinaten abzulesen, mit deren Hilfe Wanderer auf der Karte ihren eigenen Standort feststellen können.

"Die analoge Wanderkarte wird es immer geben."

Udo Heineke, Harzklub-Kartenwart

Das Thema der digitalen Wanderkarte wird immer wieder angesprochen. "Die analoge Wanderkarte wird es immer geben", sagt Udo Heineke, der selbst ein GPS-Gerät sein eigen nennt und auf das Internet-Portal Geolife.de hinweist, über das sich auch Touren im Harz planen lassen.

Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) sagt, dass die "traditionelle Karte immer Grundlage" bleiben wird, trotz der Verbreitung digitaler Medien. Bei Touren um das Val Grande in den Schweizer und italienischen Alpen habe er eine gute Karte schätzen gelernt. "Die Karten dort sind lebensgefährlich", berichtet Gaffert von seiner Reise. Udo Heineke ist zuversichtlich, was die Zukunft der Papier-Karte angeht. Zwar würden nur noch fünf Prozent der Autofahrer eine Straßenkarte aus Papier nutzen, bei Wanderern sei das aber schon aus ganz praktischen Gründen anders, so der Kartenwart.

Der Maßstab der neuen Doppelkarte ist mit 1:50000 zwar eher grob, dennoch bietet die Wanderkarte eine große Detailfülle. So haben die Höhenlinien eine Genauigkeit von zehn Metern, Rastplätze sind eingezeichnet genauso wie Schutzhütten, Einkehrmöglichkeiten, Jugendherbergen, Harzklub-Wanderheime, Campingplätze und vieles mehr. Fernwanderwege sind mit einem eigenen Symbol gekennzeichnet. Dazu zählen nicht nur die bekannten Wege Hexenstieg und Grenzweg, sondern auch Pilgerwege, der Europäische Fernwanderweg E11 und sonstige zusammenhängenden Langstrecken. Neben etwa 10000 Kilometern Wanderweg sind auch einige Fahrradwege eingezeichnet.

Zum Kartenset gehören zwei Begleithefte. In einem finden sich Adressen und Telefonnummern von Hotels und anderen touristischen Einrichtungen, genauso wie Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Für Wanderer sehr hilfreich ist vor allem das zweite Heft. Dieses listet Entfernungen auf einigen Fernwanderstrecken auf und unterstützt so bei Planung und Orientierung. Nur auf Höhenprofile ausgewählter Wanderwege haben die Herausgeber verzichtet.

Die Begleithefte würden das Kartenset zu einem "Rundum-Sorglos-Paket" machen, sagt Doris Kleinwächter vom Landesvermessungsamt Niedersachsen. "Wir haben nicht nur an den Weg gedacht, sondern auch an das, was links und rechts daneben liegt."