"Akribisch genau" werden im Wernigeröder Rathaus die Kosten für die 6,4 Millionen Euro teure Schierke-Arena geprüft - das hat Baudezernent Burkhard Rudo im Volksstimme-Gespräch betont. Kostensteigerungen könne er dennoch nicht ausschließen.

Wernigerode l Die Planung der multifunktionalen Schierke-Arena wird von der Stadtverwaltung rege vorangetrieben - schon im März 2015 soll der Bau des neuen Eisstadions im Zentrum des Brockenortes beginnen. "Wir haben am 1.August den Bauantrag gestellt. Anfang September reichen wir die detaillierten Unterlagen zur baufachlichen Prüfung beim Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement ein", sagt Burkhard Rudo im Volksstimme-Gespräch.

Der Wernigeröder Baudezernent ist zuversichtlich, dass die Kontrolle im Landesbetrieb noch in diesem Jahr abgeschlossen wird. "Auf der Basis dieser Überprüfung werden die Auflagen für den Bau mit uns und den Planern abgestimmt." Denn Statik, Fußbodenbelag, Haustechnik und die Außenanlagen unterliegen bestimmten Richtlinien.

Nur wenn sie eingehalten werden, fließt auch das Fördergeld aus Landes- und EU-Programmen. Derzeit werden die Kosten für das Großprojekt auf rund 6,4Millionen Euro veranschlagt. Die Landesregierung hat Fördergeld in Höhe von 4,2 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Nicht enthalten sind in den Gesamtkosten die Ausgaben für die Erschließung (110000Euro), für eine Brücke über die Bode (400000Euro) und die Ausstattung der Arena (160000Euro).

"Es kann Kostensteigerungen geben", räumt der Bauexperte ein. "Zu Beginn stellen wir eine erste Kostenschätzung auf, dann gehen wir in die detaillierte Planung und Berechnung."

Bereits in der Phase der Entwurfsplanung waren die Kosten um 350000 Euro gestiegen. Ein Baugrundgutachter hatte Schlacke und Altlasten im Boden entdeckt. Die Entsorgung kostet 130 000 Euro. Zudem hatten die Planer erfahren, dass das Eisstadion direkt an ein Trinkwasserschutzgebiet angrenzt. Daraus ergaben sich weitere kostenintensive Änderungen.

Im Zuge der Auflagen, die der Landesbetrieb an die Arena stellt, kann es abermals zu Kostensteigerungen kommen. Wie teuer das Großprojekt letztlich wird, hängt laut Rudo vom Ergebnis der Ausschreibung ab. Sie wird Anfang des Jahres 2015 angestrebt. "Auch da kann es Bewegungen nach unten oder oben geben."

Die ständige Kontrolle der Ein- und Ausgaben sei eine der wesentlichen Verpflichtungen im öffentlichen Bauen. Rudo: "Ganz besonders, wenn Fördergeld im Spiel ist. Wir halten jede Zahl akribisch genau in Exceltabellen fest, pflegen jede Änderung sofort ein."

Könnten Punkte aus dem Entwurf gestrichen werden, um Geld zu sparen? Rudo: "Wir haben das Ziel, eine Anlage zu bauen, die in sich stimmig sein soll." Zunächst gehe er deshalb davon aus, dass die Einsparung einzelner Bauwerksteile nicht notwendig sein wird. Gespart werden könne im Ernstfall an den Neben- und Außenanlagen sowie bei der Tribünengestaltung. "Die Vereisungsanlage im Boden und das Dach sind feste Elemente, um die Planungs- und Betriebssicherheit zu gewährleisten. Da werden wir keine Abstriche machen."