Wernigerode l Hirsch "Heinrich" ist tot. Der etwa 14 Jahre alte, mächtige Rothirsch ist am Mittwochabend im Gehege des Wildparks "Christianental" in Wernigerode von Mitarbeiter Frank Lüddecke in seinen letzten Atemzügen entdeckt worden. "Ich wollte nach dem Rechten sehen, weil sich das Rudel auffällig nervös verhalten hatte", berichtet der Wildpark-Vize im Gespräch mit der Volksstimme. "In der Nähe des Luchs-Geheges lag er dann, hatte noch einmal kurz seinen Kopf angehoben." Wenige Minuten später war Hirsch "Heinrich" tot.

"Er ist friedlich eingeschlummert und an Altersschwäche gestorben", sagt Frank Schmidt auf Volksstimme-Nachfrage. Dass er an keinerlei Krankheiten gelitten habe, hat Schmidt zufolge ein Tierarzt am Donnerstag bei der Untersuchung des leblosen Hirschs bestätigt.

Der Gartenamtsleiter ist ebenso bedrückt wie das restliche Wildpark-Team. "Wenn ein Tier nach so langer Zeit stirbt, hinterlässt das einen Einschnitt", sagt auch Frank Lüddecke. Wie alt Hirsch "Heinrich" genau war, weiß er nicht. "Er ist vor vielen Jahren vom Wildpark erworben worden", so Lüddecke. Mindestens zehn Jahre sei das mittlerweile her.

"Wir hoffen, dass uns unsere Paten treu bleiben, auch wenn Hirsch \'Heinrich` nicht mehr am Leben ist", sagt Frank Schmidt. Acht Patenschaften laufen auf das Rotwild im Christianental.

Einige davon waren speziell für Hirsch "Heinrich" - einen sogenannten 18-Ender - abgeschlossen worden, so hatten das Hotel "Weißer Hirsch", die "Hirsch-Apotheke" und das Bekleidungsgeschäft "Platzhörsch" Patenschaften für "Heinrich" unterzeichnet.

Sie können auf seinen Nachfahren hoffen, denn das Rudel wird nun von "Heinrich III." geleitet. "Wir haben fünf Rottiere", erläutert Frank Lüddecke. "Der alte Hirsch hatte schon länger kein Interesse mehr an den Weibchen gezeigt." Mitte September beginnt die Brunft, die Paarungszeit. Das Geweih wird laut Frank Schmidt derzeit präpariert und in Gedenken an "Heinrich" am Verwaltungsgebäude angebracht.