Eine grüne Oase lockt gleich neben Benneckensteins Haus des Gastes zu Spaziergang, Gedenken und Konzertbesuch. Das Areal war schon Teich, Sägewerk und sogar Fußballplatz. Am 16. September wird Benneckensteins Kurpark 80 Jahre. Gefeiert wird jetzt schon.

Benneckenstein l Ursprünglich befand sich auf dem Gelände mitten in Benneckenstein, an dem sich heute Spaziergänger und Konzertbesucher tummeln, ein Mühlenteich.

Jahrhundertelang wurde dort den Chroniken zufolge mit einem aufwändigen Stausystem das Wasser auf die Mühlräder geleitet und nutzbar gemacht. Ende des 19. Jahrhunderts aber schüttete der Müller seine Wasseranlagen zu und baute darauf ein Sägewerk.

Mit dem Aufschwung des Tourismus oder "Fremdenverkehrs" im Harz nach dem I. Weltkrieg kaufte die Stadt 1926 das Areal, um sich als Kurort zu etablieren. Das ehemalige Teichgelände wurde eingeebnet und als Fußballplatz für den damaligen Sportverein eingerichtet. Dort wurde gespielt, geflucht und begeistert angefeuert. Aber nicht lange.

Denn 1934 bauten Benn-eckensteins Stadtväter nebenan sogar eine Fußballarena. Die Fußballer zogen um, nun konnte mit der lange angestrebten Anlage eines Kurparks begonnen werden. Vor allem Arbeitslose pflanzten Bäume und Sträucher, die durch Spenden finanziert waren. Auch der Gondelteich wurde angelegt. Eingeweiht wurde alles zusammen am 16. September 1934.

Den Anlass dazu gab der 10. Todestag von Wilhelm Schmidt. Der "Königliche Baurat" und aktive Ingenieur hatte sich große Verdienste auf dem Gebiet des Lokomotivbaus erworben und wurde 1917 als Ehrenbürger gewürdigt. Der Kurpark trug deshalb damals und heute wieder seinen Namen: "Baurat-Wilhelm-Schmidt-Park". Ein Denkmal des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) erinnert an den Erfinder.

Zu DDR-Zeiten erfreute sich der Kurpark einer guten Pflege und Nutzung durch die Bürger und die Gäste, die während der Sperrgebiet-Zeit einen Passierschein bekommen hatten. Nach der Wende verlor der Park an Bedeutung. 2009 wurde etwa ein Drittel der Fläche für den Bau eines Einkaufsmarktes genutzt. Der Park erhielt seine heutige Gestalt als Rhododendron-Garten.

Bezahlt wurde diese Umgestaltung wieder - wie schon 1934 - durch Spenden und mit Hilfe von Vereinen. Vornean der Kultur- und Heimatverein und der Harzklub. 2010 erfolgte eine offizielle Neueinweihung, wurde auch der alte Name noch etwas mehr in den Vordergrund gerückt. Die Pflege der Anlagen, hört man Benn-eckensteiner Einwohner und auch Besucher, könnte in letzter Zeit etwas besser sein. Vor allem jetzt zum 80. Geburtstag wird gehofft, dass es noch eine Schönheitskur gibt.

Denn der Kurpark-Geburtstag wird zusammen mit dem 24. Kirchenfest der Laurentiade am Sonntag, 7. September, gefeiert. Nach Theatertag, Hoffest und Seifenkistenrennen steht damit wieder ein großes Fest in Benneckenstein an. Es ist benannt nach dem Heiligen Laurentius, der zugleich Namenspatron der Kirche ist.

Gefeiert wird Sonntag ab etwa 10 Uhr (siehe Kasten). Ausstellungen zeigen Bilder von Friedrich Kallmeyer und Christoph Dieskau zu den Themen Grenzland und Kurpark.

 

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