Der FC Einheit Wernigerode kämpft um sein lange geplantes Vereinsheim. Über die prekäre Situation am Mannsberg informierte sich sogar Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD).

Von Jens Müller

Wernigerode l "Das ist mit Abstand das schlechteste Funktionsgebäude eines Fußballvereins in Sachsen-Anhalt", ist sich Roland Brachmann sicher. Der SPD-Landtagsabgeordnete meint damit die Sportanlagen des FC Einheit Wernigerode an der Ecke Amtsfeld- und Mannsbergstraße im Ortsteil Hasserode. Seit Jahren bemühen sich die Fußballer um einen Neubau auf ihrem Gelände. Doch ihr Antrag auf finanzielle Förderung zum Bau eines modernen Gebäudes mit Umkleide- und Sanitäranlagen war vom Land abgelehnt worden. Jetzt starten die Fußballer einen neuen Anlauf.

Um zu verdeutlichen, wie prekär die aktuelle Situation ist, hatte Ronald Brachmann jüngst sogar Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn überzeugen können, sich die Anlage des FC Einheit anzuschauen. Bei einem Rundgang durch die maroden Gebäude konnte der Minister - ein bekennender Fußballfan - das eine oder andere Kopfschütteln nicht unterdrücken. Der Gast sorgte zudem unfreiwillig für einen Lacher, als er danach fragte, ob der Asphalt-Parkplatz vor dem Stadion immer gefüllt sei. "Welcher Parkplatz? Das ist unser Trainingsplatz im Winter", lautete die Antwort von Schatzmeister Lutz Diesener.

Für Bullerjahn ein Grund mehr, sich Zeit für die Fußballer zu nehmen, auch wenn er ihnen wohl kaum helfen kann. Denn Sport fällt ins Ressort seines Ministerkollegen Holger Stahlknecht (CDU). Und der hat, so Brachmann, in den Etatentwurf für 2015/16 für die Sportstättenförderung kaum Geld eingestellt. Ob sich das bei den im Herbst anstehenden Haushaltsberatungen noch ändern lässt, ließ er offen.

So erläuterte Diesener, dass der Verein damit begonnen habe, den besagten Asphaltplatz in ein ganzjährig nutzbares Trainings- und Spielgelände für die Kinder- und Jugendteams umzugestalten. Es wurden Bäume gefällt. Demnächst werden die alten Baracken, bisher auch als Kasse und Kiosk genutzt, abgerissen. Bis 2015 soll auf der Fläche ein Kunstrasenplatz mit Flutlicht entstehen. Der Verein hat dafür einen Kredit aufgenommen, um das 200 000 Euro teure Projekt mit Hilfe von Stadt- und Kreisverwaltung sowie Sponsoren zu realisieren.

Noch in den Sternen stehe allerdings der seit Jahren angestrebte Neubau eines Vereinsheims. Hierfür benötigt der FC Einheit dringend Förderungen. Das 1,1 Millionen Euro teure Projekt der Wernigeröder Architektin Veronika Roth haben die Fußballer nach dem jüngsten Ablehnungsbescheid des Landes noch einmal eingereicht. Wie Peter Hausmann, Vorstand der Harz AG, erläuterte, sieht das zweigeschossige Zweckgebäude vor allem Umkleide- und Sanitärräume vor. Integriert sind Sprecherkabine, Schulungs- und Kraftraum, Büro, Heizung, Lager sowie ein Kiosk. Nach derzeitiger Planung soll der etwa 40 Meter lange und 10 Meter breite Flachbau in den Hang gebaut werden, so dass von der Rosa-Luxemburg-Straße nur ein Teil zu sehen sein werde. "Die Pläne sind vollständig da. Wenn wir die Bewilligung bekommen sollten, könnten wir Anfang 2015 mit den Arbeiten beginnen", so Hausmann.