Wolfenbüttel/Halberstadt (dl) l Erfolg für die Polizei in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt: Die Ermittler haben in der Nacht zum Montag dank Zeugenhinweisen den Diebstahl eines Radladers aufklären und den Dieb auf frischer Tat stellen können. Dabei agierten die Beamten beider Bundesländer Hand in Hand, teilte ein Sprecher der niedersächsischen Polizei mit. Ob damit auch die Polizei im Harz-Kreis bei ihren Ermittlungen wegen der Häufung von Radlader-Diebstählen einen Schritt weitergekommen ist, bleibt derweil offen. Bislang sehen die hiesigen Ermittler dem Vernehmen nach keine Verbindungen zwischen dem Diebstahl in Wolfenbüttel und der Serie im Harz.

In Niedersachsen schlugen die Täter in der Nacht zum Montag gegen Mitternacht zu. Dabei entwendeten sie den rotlackierten Radlader vom Typ Wacker WL 37 vom Gelände eines Gartenbaubetriebs im Wolfenbütteler Ortsteil Linden. Nach Volksstimme-Informationen walzten der oder die Täter mit der rund vier Tonnen schweren Arbeitsmaschine den Zaun der Firma nieder und fuhren davon.

Allerdings hatten die Diebe ihre Rechnung ohne jene aufmerksamen Zeugen gemacht, die der niedersächsischen Polizei die entscheidenden Hinweise gaben. Weil sich die Diebstähle von Radladern im gesamten Harz-Bereich, speziell aber in Sachsen-Anhalt, seit Monaten häufen und Radlader auf Bundesstraßen kurz nach Mitternacht eher ungewöhnlich sind, griff in jener Nacht nicht nur ein Beobachter zum Telefon und informierte die Polizei. Mehr noch: Mithilfe der Zeugen wurde auch die Taktik der Diebe klar. Der Radlader wurde nach wenigen Kilometern auf der B 79 zwecks Tarnung in einen Abrollcontainer verladen.

Jene Abrollcontainer besitzen Klapptüren und sind nach oben offen. Aufgrund ihrer Bauform mit einer Abrollseite können sie praktisch überall vom Lkw abgesetzt und beladen werden. So auch hier: Im Schutze der Dunkelheit verschwand der rote Wacker-Radlader binnen weniger Minuten im Container, dieser wurde aufgeladen und ab ging die Fahrt auf der B 79 in Richtung Sachsen-Anhalt.

Mittlerweile waren jedoch Polizeibeamte aus Niedersachsen dem Täter längst dicht auf den Fersen. Kurz vor der Landesgrenze hatten sie den Laster erreicht, obendrein waren auch die Kollegen im Harz-Kreis unterwegs in Richtung B 79. Kurz vor Dardesheim wurde der Laster mit der rund 40 000 Euro teuren Ladung gestoppt, klickten beim Fahrer die Handschellen.

Bislang sehen die Ermittler in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt offenbar noch keine Parallen zu den Radlader-Diebstählen der vergangenen Monate. Seit Januar verschwanden allein im Harz-Kreis 14 Radlader - seit 24. Juli gibt es eine Häufung mit allein zehn Fahrzeugen. Ob einige der Fahrzeuge auch für Einbrüche in Banken und in einen Baumarkt in Gernrode verwendet wurden, ist unklar. In den vergangenen Monaten wurden mit Radladern und Baggern mehrfach EC-Automaten und Tresore gestohlen. Die Polizei hat hier eine spezielle Ermittlungsgruppe gebildet.

Der in der Nacht zum Montag ertappte Lkw-Fahrer soll aus dem Harz-Kreis stammen und mittlerweile wieder auf freiem Fuß sein. Auch der Besitzer des Lasters soll im Harz-Kreis leben.

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